Eine Gesellschaft ist so stark wie ihr schwächstes Mitglied
Das Grüne Bündnis (GB) begrüsst in seiner Vernehmlassungsantwort die Zielsetzung und Massnahmen des städtischen Alterskonzepts 2020. Dem GB erscheint das Alterskonzept 2020 generell ausgereift, durchdacht und fachlich fundiert. Positiv vermerkt wird insbesondere die Fokussierung auf besonders verletzliche Personen als explizite Zielgruppe. Diesbezüglich fordert das GB in seiner Stellungnahme im Rahmen der laufenden Vernehmlassung verschiedene Ergänzungen hinsichtlich einer verbesserten Beteiligung der älteren Bevölkerung – insbesondere von älteren MigrantInnen – an gesellschaftlichen Prozessen und einer verstärkten Berücksichtigung des genderspezifischen Armutsrisikos.
Das Grüne Bündnis (GB) vertritt den Standpunkt, dass die Qualität einer Gesellschaft sich daran misst, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Im Alter nimmt das Risiko der Verletzlichkeit zu. Das GB erachtet es deshalb als wichtig und richtig, dass das Alterskonzept explizit auf die Existenz und die Bedürfnisse der Gruppe der besonders verletzlichen Personen hinweist, da sie im aktuellen dominanten Diskurs über die gut situierten „neuen Alten“ bzw. die sogenannten „Golden Ager“ tendenziell in Vergessenheit zu geraten drohen.
Das GB bedauert, dass MigrantInnen im Alterskonzept immer noch mehrheitlich als DienstleistungsbezügerInnen bzw. HilfeempfängerInnen thematisiert werden. Ein möglichst niederschwelliger Zugang von MigrantInnen zu relevanten Informationen und Dienstleistungen im Alter ist mit aufsuchenden Ansätzen und gezielt Hürden senkenden Massnahmen zu fördern. Das GB fordert im Rahmen seiner Stellungnahme diesbezügliche Rahmenbedingungen, welche es den älteren MigrantInnen ermöglicht, sich aktiv und gleichberechtigt an gesellschaftlichen Prozessen in der Stadt Bern zu beteiligen. Das GB erachtet es weiter als zentral, dass dem genderspezifischen Armutsrisiko ausdrücklich Rechnung getragen wird und verlangt dementsprechende Präventionsmassnahmen.
Bei den aufgeführten Umsetzungsmassnahmen fordert das GB Ergänzungen hinsichtlich eines verbesserten Einzuges der älteren Bevölkerung – nicht nur bei alterspolitischen – sondern generell bei allen gesellschaftspolitischen und generationenübergreifenden Themen und Projekten. Weiter verlangt das GB eine ausdrückliche Würdigung und Entgeltung der wertvollen unentgeltlich geleisteten Arbeit mancher pensionierter Personen sowie weiterer Formen der Freiwilligenarbeit (z.B. Steuerentlastung).
Die ausführliche Stellungnahme des Grünen Bündnis finden Sie hier.
