Grünes Bündnis Stadt Bern

Mon 31.05.2010

Der Kanton macht vorwärts – wo bleibt die Stadt Bern?

Der kantonale Bericht „Jugend und Gewalt“ bestärkt das Grüne Bündnis in seiner Forderung nach einem Gewaltpräventionskonzept auch für die Stadt Bern. Die Erkenntnisse des Berichts unterstützen die Anliegen des Grünen Bündnis betreffend verbesserte Chancengleichheit im Bildungsbereich, intensivierte Bestrebungen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit und weiterer Ausbau der Schulsozialarbeit. Zudem verleihen die beanstandeten Mängel bezüglich Koordination der bestehenden Massnahmen der Forderung des Grünen Bündnis nach verbesserter Vernetzung der verschiedenen Bemühungen Nachdruck.

Am Freitag hat der Kanton Bern den Bericht „Jugend und Gewalt“ als ganzheitliche Strategie gegen Gewalt präsentiert. Der vom Regierungsrat verabschiedete Bericht enthält eine differenzierte Analyse der Situation im Kanton Bern sowie eine Strategie und konkrete Massnahmen zur Verhinderung und Eindämmung von Gewalt. Zum Thema Jugendgewalt hat die GB/JA!-Fraktion bereits 2008 ein vom Stadtrat als erheblich erklärtes Postulat eingereicht, in welchem die Erarbeitung eines Gewaltpräventionskonzepts auch für die Stadt Bern gefordert wurde.

Die Erkenntnisse des kantonalen Berichtes geben dem Grünen Bündnis insofern Recht, als dass betreffend Ursache von Jugendgewalt der Migrationshintergrund nicht der ausschlaggebende Faktor für Gewalttaten ist und als Risikofaktoren für Straffälligkeit vor allem tiefe Bildung, Arbeitslosigkeit, Alkohol, Anerkennung in der Gruppe etc. bezeichnet werden. Die Schlussfolgerungen bekräftigen das Grüne Bündnis in seinen Forderungen nach verbesserter Chancengleichheit für sozial benachteiligte Kinder im Bereich Bildung, verstärkten Bestrebungen in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, weiterem Ausbau der Schulsozialarbeit und vermehrter Schaffung von Freiräumen für Jugendliche, in denen sie sich mit Erwachsenen auseinandersetzen können. Zweitens bestätigt uns die Erkenntnis, dass Gesundheitsförderung bzw. das soziale Klima ähnlich wie "Abwehrkörper" gegen Störungen und auch ein mögliches Gewaltverhalten wirken. Gewaltprävention kann nur erfolgreich sein, wenn sie in eine umfassende und langfristige Gesundheitsförderung integriert ist. Der Kanton setzt auf Gesundheitsförderung und Prävention, rasche Intervention auf Störungen, verbindliches "Case Management“ und starke Repression bei massiven Störungen. Drittens werden im Bericht die Mängel betreffend Koordination der verschiedenen Bemühungen der Verwaltung sichtbar; es gibt zwar sehr viele Angebote, diese sind aber nicht vernetzt. Das Grüne Bündnis erachtet eine Vernetzung und Optimierung der Angebote und Massnahmen auch auf städtischer Ebene als dringend notwendig.

Das Grüne Bündnis erwartet von der Stadt Bern bis Ende 2010 einen ersten Zwischenbericht zum Stand der Konzepterarbeitung und dessen Umsetzung.

Medienmitteilung und Bericht des Kantons

Bericht des Gemeinderats zum Postulat

Positionspapier des Grünen Bündnis


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