GB-Stabübergabe nach einem Stadtratsjahrzehnt: Judith Gasser für Natalie Imboden
Nach bald 10 Jahren engagierter Stadtratsarbeit tritt die GB-Stadträtin Natalie Imboden aus dem Berner Stadtrat zurück. Sie wechselt in den Grossen Rat, da das Grüne Bündnis in den Grossratswahlen 2010– entgegen dem Trend – Stimmen zugelegt hat und einen Sitzgewinn verbuchen kann. Mit dem Abgang von Natalie Imboden verliert der Stadtrat eine kompetente und profilierte Politikerin, welche sich mit Herzblut für eine ökologische und soziale Stadt Bern eingesetzt hat. Ihre Nachfolge übernimmt die 28-jährige Geografin Judith Gasser.
Natalie Imboden hat seit 2001 das Grüne Bündnis im Stadtparlament vertreten. Gleich mit ihrer Wahl in den Stadtrat übernahm sie auch die Leitung der GB/JA!-Fraktion und führte als GB-Präsidentin die 10-köpfige Fraktion bis 2008 umsichtig und erfolgreich. In diese Zeit fallen zahlreiche erfolgreiche Abstimmungen und Wahlen, insbesondere die Wahlsiege der RotGrünMitte-Parteien RGM und die Wahl der GB-Gemeinderätin Regula Rytz. Natalie Imboden erreichte bei den Wahlen jeweils Spitzenresultate und hat bei den diesjährigen Grossratswahlen ein hervorragendes Wahlergebnis erzielt.
Die 39-Jährige hinterlässt nach einem Jahrzehnt rot-grüner Stadtpolitik in Bern nachhaltige Spuren. Sie war in mehreren Kommissionen aktiv (u.a. Planung/Verkehr, Agglomerationspolitik, Finanzen/Sicherheit, Reform NSB) und hat neben überparteilicher Vernetzungsarbeit mit vielfältigen Vorstössen neue Themen lanciert. Als Energiepolitikerin hat sie sich hartnäckig für den Ausstieg aus der Atomenergie und für erneuerbare Energien engagiert, u.a. mit der Initiative EnergieWendeBern. Hier trägt ihre Arbeit Früchte, der Ausstieg der Stadt Bern aus der Atomenergie ist in Griffnähe. Aber auch das laufende Gebäudesanierungsprogramm oder das städtische Mobilitätsmanagement tragen Natalie Imbodens Handschrift. Potential für die Zukunft hat ihre (hängige) Motion für die 2000-Watt-Gesellschaft in Bern. Natalie Imboden hat sich immer auch für die Anliegen des städtischen Personals eingesetzt, u.a. für Erhöhungen der städtischen Mindestlöhne. Gleichstellungspolitische Erfolge konnte Natalie Imboden mit dem Aktionsplan Gleichstellung, den Bern als erste Schweizer Stadt lanciert hat, und mit der regelmässigen Überprüfung der Lohngleichheit von Frau und Mann verbuchen. Ein wichtiges Thema ist die nachhaltige regionale Siedlungsentwicklung (autoarme Siedlungen wie Oberfeld und Viererfeld/Mittelfeld) und die Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Um diese Ziele zu erreichen, fordert sie zusammen mit ihrer Fraktion eine Änderung der städtischen Bauordnung, welche raumplanerische Grundlagen schaffen soll. Damit wird in Bern eine wohnpolitische Weichenstellung ermöglicht, wie sie auch in anderen Städten (z.B. Zürich) diskutiert wird.
Natalie Imboden bleibt weiterhin Präsidentin der Stadtsektion des Grünen Bündnis und wird sich künftig in der Kantonspolitik für die urbanen Interessen stark machen. Oder wie in ihrem Rücktrittschreiben formuliert: „Mein politisches Herz schlägt weiterhin für diese Stadt.“
Judith Gasser neue GB-Stadträtin: jung und kompetent
Auf den 20. Mai wird die 28-jährige Geografin Judith Gasser im Stadtrat Einsitz nehmen. Judith Gasser ist am geografischen Institut der Universität Bern tätig und arbeitet dort für das UNESCO Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch. Die gebürtige Solothurnerin engagiert sich bereits seit längerem in der Antiatombewegung und setzt sich für den Atomausstieg und den Wechsel auf erneuerbare Energien ein. Sie ist seit mehreren Jahren in der Arbeitsgruppe Ökologie des Grünen Bündnis aktiv. Sie hat sich u.a. für den Schutz der Bergwelt (Mountain Wilderness) oder die Förderung des Langsamverkehrs (Pro Velo-Vorstand) engagiert. Mit Judith Gasser erhält die Fraktion Grünes Bündnis/Junge Alternative kompetente Verstärkung und Verjüngung. Judith Gasser ist Mutter eines einjährigen Sohns.
Das Grüne Bündnis dankt Natalie Imboden für ihre Arbeit im Stadtparlament und gratuliert der neuen GB-Grossrätin und der neuen GB-Stadträtin zur Ihrer Wahl.
