Grünes Bündnis Stadt Bern

Mon 06.10.2003

Zur Klimatagung von Grünem Bündnis und Grüner Freier Liste

Um den Klimawandel aufzuhalten, sind jetzt konkrete Massnahmen gefordert - die Schweiz als reiches Land kann sich die Vorreiterrolle durchaus leisten.

Achtzig Personen sind der Einladung von Grünem Bündnis und Grüner Freier Liste zur öffentlichen Tagung "Politik im Zeichen des Klimawandels" gefolgt. In Bern haben SVP-Ständerat Hans Lauri, GB-Nationalrätin Franziska Teuscher und GFL-Grossrätin Barbara von Escher als VertreterInnen der Politik, die Klimaforscherin Regine Röhtlisberger und der NGO-Vertreter Raimund Rodewald über wissenschaftliche Hintergründe und politische Handlungsfelder des Klimawandels diskutiert.

Im einführenden Referat zeigte Röhtlisberger, stellvertretende Leiterin des nationalen Forschungsschwerpunktes Klima, dass aus wissenschaftlicher Sicht die Klimaerwärmung erhärtet ist und unmittelbarer Handlungsbedarf besteht. Weiter zeigt sie sich erfreut, dass die Politik die Problematik des Klimawandels zunehmend ernst zu nehmen beginnt.

Der Tourismus investiere am Klimaproblem vorbei, so Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Wo einerseits ein sanfter Ökotourismus mit einem grossen Wachstumspotential entsteht, schädigt der konventionelle Tourismus auf der anderen Seite die natürlichen Ressourcen.

Für Lauri hat Nachhaltigkeit neben der ökologischen auch immer eine wirtschaftliche und soziale Komponente. Diese Sichtweise vertritt auch Teuscher, Präsidentin des Verkehrsclubs der Schweiz, allerdings sieht sie durch die verstärkten wirtschaftlichen Interessen der bürgerlichen Politik die ökologischen Aspekte gefährdet.

Dass die von den Menschen verursachten CO2-Emissionen massgeblich für die Klimaerwärmung verantwortlich sind, waren sich alle TagungsteilnehmerInnen einig. Das im CO2-Gesetz vorgesehene Prinzip der Freiwilligkeit, das Lauri als positiven Beitrag der Schweizer Wirtschaft wertet, führt laut Patrick Hofstetter, Klimaexperte des WWF Schweiz, zu keinen wesentlichen Verbesserungen. VCS-Präsidentin Teuscher betont, dass nicht alleine wirtschaftliche Massnahmen zur merklichen Senkung der CO2-Emissionen ausreichten, sondern vielmehr im Bereich des motorisierten Individualverkehrs durch Massnahmen wie dem Energierappen ein Umstieg auf den öffentlichen Verkehr und eine Umverteilung der finanziellen Mittel von der Strasse auf die Schiene erzielt werden müssen.

Barbara Ringgenberg und Andreas Greull,
Grünes Bündnis Bern

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