Grünes Bündnis Stadt Bern

Fri 19.12.2003

Grünes Bündnis weist Mobilitätsstrategie zurück

Mit der Mobilitätsstrategie Region Bern sollte eigentlich das Verkehrswachstum der nächsten 30 Jahre bewältigt werden. Stattdessen entpuppt sich die Strategie als Auswahlsendung von teuren technischen Lösungen hauptsächlich im Strassenbau (z.B. Ost- und Südtangente der Autobahn). Weil umweltverträgliche, raumplanerisch sinnvolle und finanzierbare Lösungen fehlen und die Strategie einseitig ist, weist das Grüne Bündnis diese im Rahmen der heute eingereichten Mitwirkung gesamthaft zurück. Das GB fordert eine Priorisierung für den öffentlichen und Langsamverkehr sowie eine echte Gesamtmobilitätsbetrachtung auch auf der Ebene der Massnahmen.

Strategie und Massnahmen widersprechen sich

Das regionale und verkehrsmittelübergreifende Denken, die Vernetzung von Verkehr und Siedlung sowie die breite Mitwirkung werden vom GB als positive Ansätze der Mobilitätsstrategie gewertet. Besonders die Strategie eines umweltfreundlichen und finanzierbaren Verkehrssystems und die drei Stützpfeiler "Verkehr vermeiden - Verkehr umlagern - verträglich gestalten" erhalten volle Unterstützung. Wer die Vorlage jedoch genauer betrachtet stellt schnell fest, dass die konkreten Projekte grösstenteils den Strategie widersprechen und sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht nicht vertretbar sind. Der massive Strassenbau verhindert wirkliche Innovation. Es fehlt eine grundsätzliche und kritische Hinterfragung des Verkehrswachstums - insbesondere des zunehmenden motorisierten Verkehrs - ebenso wie Möglichkeiten dessen Beeinflussung auf gesellschaftlicher Ebene. Die Kosten in der Mobilitätsstrategie werden unterschätzt, von einer realistischen Finanzierung kann keine Rede sein.

Forderungen nach Innovation im öffentlichen und Langsamverkehr

Das GB fordert in seiner Mitwirkung eine Mobilitätsstrategie, die tatsächlich auf den definierten Zielen und Stützpfeilern basiert, in der das Mobilitätsproblem grundsätzlich angegangen und umwelt- und sozialverträgliche Lösungen verfolgt werden. Konkret gliedern wir unsere Forderungen in drei Schwerpunkte; die Verkehrslenkung (z.B. Road Pricing), die Raumplanung (Entwicklungsschwerpunkte, Verknüpfung von Verkehr und Siedlung) und die Stärkung von öffentlichem und Langsamverkehr (Kapazitätserweiterung Bahnhof Bern, Ausbau S-Bahn-Netz mit Taktverdichtung und neuen Haltestellen, durchgehende Velo-Freeways in Stadt und Region, Umsetzung der städtischen Richtpläne "Leichter Zweiradverkehr" und "Fuss- und Wanderwege").

Andreas Greull, gb.sekretär

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