Klare Haltung der Reitschule - Irrläufer von Ursula Begert
Das Grüne Bündnis nimmt mit Befriedigung zur Kenntnis, dass an der gestrigen Vollversammlung in der Berner Reitschule, an der sich über 100 Personen und alle in der Reitschule tätigen Gruppierungen beteiligten, eine klare Haltung gegenüber den bedauernswerte Zwischenfällen der vergangenen Wochen Konsens war: Alle Anwesenden lehnten die Aktionen gegen Patrouillenfahrzeuge sowie Personen der Stadtpolizei ab und verurteilten Behinderungen der Feuerwehr und Sanitätspolizei. Gleichzeitig wurde der Wille bekräftigt, zukünftig dieser Haltung Nachachtung zu verschaffen und zu diesem Zweck gemeinsam mit den Behörden einen Dialog zu führen.
Nach Meinung des Grünen Bündnis haben die BetreiberInnen der Reitschule in einem zentralen Punkt Klarheit geschaffen: Eine unmissverständliche Distanzierung von den Zwischenfällen der vergangenen Wochen und die erklärte Absicht, solche Zwischenfälle zukünftig so gut wie möglich zu verhindern. Von Behördenseite muss es nun darum gehen, im Gespräch mit der Reitschule Massnahmen und Strategien zu entwickeln, um dieser klaren Haltung Nachachtung zu verschaffen.
Denn eines ist offensichtlich: Die Reitschule als Kultur- und Begegnungsort kann nicht für sämtliche Problemsituationen, die sich im geographischen Umfeld der Reitschule, verantwortlich gemacht werden. Sowohl die direkten Folgen einer Kriminalisierung des Drogenkonsums wie auch gesellschaftlicher Ausgrenzung stellen für die den Kultur- und Begegnungsraum Reitschule eine enorme Belastung - verständlicherweise auch eine Überforderung - dar. Gefragt ist nun eine nüchterne Diskussion über die notwendigen Massnahmen, statt gegenseitige Schuldzuweisungen und konzeptloser Aktivismus.
Bedauerlich ist in diesem Zusammenhang die Haltung von Ursula Begert. Sie scheint die gewalttätigen Auseinandersetzungen vor der Reitschule dazu verwenden zu wollen, ihre parteiinterne Position zu festigen. Begert kritisiert den Vertrag mit der Reitschule, den sie nach eigenen Aussagen im Wortlaut gar nicht gelesen hat. Auch hier ist eine Versachlichung der Diskussion notwendig: Wer ein Interesse an einem Kultur- und Begegnungszentrum Reitschule hat und gewalttätigen Zwischenfällen entgegenwirken will, der muss das direkte Gespräch suchen, statt mit unqualifizierten Vorwürfe um sich zu mailen.
Nico Lutz, gb.sekretär
