Grünes Bündnis Stadt Bern

Wed 27.08.2003

Zur Mobilitätsstrategie Bern

Strassenwahnsinn schwarz auf weiss

Das Grüne Bündnis ist zutiefst enttäuscht von der Mobilitätsstrategie Region Bern und kann beim besten Willen keine zukunftsgerichtete Vision darin erkennen. Mit der Mobilitätsstrategie wird die Betonklotzerei der 60er Jahre weitergeführt. Die Chance, welche eine Gesamtverkehrsbetrachtung geboten hätte, wurden mit dieser Mobilitätsstrategie vollständig verpasst. Angesichts der rigorosen Sparmassnahmen auf Bundes- und Kantonsebene ist es geradezu frevelhaft, ein Bauprogramm für 4 Mrd. Franken aufzustellen. Die Förderung des umweltverträglichen Verkehrs ist nicht nur zukunftsweisender, sondern auch finanziell viel günstiger.

Das Grüne Bündnis kann auf Schauermärchen à la Mobilitätsstrategie Bern verzichten. Es fordert, dass die in den letzten Jahren gemachten Erkenntnisse und Erfahrungen rund um die umweltverträgliche Mobilität mit der Mobilitätsstudie Bern fortgeführt werden: Konsequente Anwendung des Berner Modells (Seftigenstrasse!), Bevorzugung öffentlicher Verkehr, Förderung und Ausbau des modernen öV (wie Tram), sichere Veloverbindungen, komfortable Veloabstellanlagen, Strassenlenkungsmassnahmen.

Die vom Kanton präsentierte Mobilitätsstrategie missachtet den allseits bekannten Grundsatz "Wer Strassen säht, wird Verkehr ernten" voll und ganz. Tatsache ist, dass die eh schon prognostizierte Verkehrszunahme von bis zu 30% bis 2020 mit dem Bau von neuen Strassen noch um ein Mehrfaches überstiegen wird. Angesichts der sich dramatisch äussernden Klimaerwärmung mit Ozonspitzenwerten und Rekordtemperaturen fordert das Grüne Bündnis eine radikale Abkehr von der MIV-lastigen Mobilitätszukunft.

Das GB verlangt eine Mobilitätsstrategie, welche das Verkehrswachstum ausschliesslich mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, dazu gehören der öffentliche Verkehr, der Fuss- und der Veloverkehr, bewältigt.

Das Grüne Bündnis wird sich im Rahmen der Mitwirkung noch vertieft mit der Mobilitätsstrategie Bern auseinandersetzen und dem Strassenwahnsinn eine zukunftsweisendere Mobilitätsstrategie gegenüberstellen.

Jacqueline Morgenegg, gb.sekretärin
 

 


 
 

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