Das Projekt Neubau BernArena mit sogenannter "Mantelnutzung":
Die von den Promotoren des neuen Bauprojekts auf der Allmend zeigen, dass hier mit der ganz grossen Kelle angerichtet werden soll. Dabei verschwindet die neue Eissporthalle "Bern Arena" zwischen den neuen Hochhäusern, der so genannten "Mantelnutzung".
Um es klarzustellen: Das GB setzt sich für eine Erneuerung des Eisstadions ein, sei es als Totalsanierung, sei es als Neubau. Davon soll sowohl der Breitensport mit einer freien Eisfläche zum "Schlöfle" profitieren. Wir sind auch damit einverstanden, dass der Spitzensport in Bern seinen Platz hat und wünschen uns für den SCB eine geeignete Spielstätte.
Aus unserer Sicht wäre eine Erneuerung der bestehenden Halle einem Neubau vorzuziehen, auch aus ökologischen, vor allem aber aus finanziellen Gründen. Je mehr investiert werden muss, desto mehr Action muss in der Halle veranstaltet werden, desto mehr Verkehr etc. Hier liegt beim vorgestellten Projekt aber nicht das Hauptproblem.
Denn Problematisch, ja unglaublich ist, was unter dem Titel "Mantelnutzung" an neuen Nutzflächen in der vorderen Allmend und im Springgarten realisiert werden soll. Diese Nutzung an diesem Ort widerspricht den allgemein anerkannten raumplanerischen und städtebaulichen Grundregeln, welche bis heute auch in Bern auch vom Stadtplanungsamt verfolgt wurden.
Büronutzung im Raum ESP Wankdorf ist durchaus erwünscht, aber nicht an dieser Stelle. Dazu ist das Gebiet Schlachthof/Stauffacherstrasse vorgesehen. Hier wurde viel in die ÖV-Infrastruktur investiert, hier liegen die "Industriebrachen" welche auf eine Umnutzung und Verdichtung warten, nicht aber in der vorderen Allmend und im Springgarten. Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein durchdachtes und breit abgestütztes Konzept, welches im Richtplan ESP seinen Niederschlag gefunden hat, nun plötzlich nicht mehr gültig sein soll.
Die riesigen Nutzflächen sind verkehrstechnisch nicht erschliessbar, auch wenn keine "publikumsintensiven Nutzungen" vorgesehen sind. Die Büronutzung führt zu einer Zunahme der Spitzenbelastung (Pendler), was von der Wankdorfkreuzung nicht verkraftet werden kann. Die Konsequenzen wären Staus, Behinderung der Buslinien und Ausweichverkehr durch die Wohnquartiere. Das Grüne Bündnis befürchtet auch, dass die Stadt Bern auf einen Teil des Grundstückertrags und auf die Abschöpfung eines Planungsmehrwerts verzichten müssen und so ein privates Projekt mit lukrativem Ziel indirekt mitsubventionieren.
Das GB ist der klaren Meinung, dass an diesem Projekt ziemlich vieles "faul" ist. Dies ist kein Stadion mit Mantelnutzung, sondern zwei falsch geplante Neubauten für Büro-, Dienstleistungs- und Wohnnutzung mit einem neuen Stadion als lockendes Verpackungspapier. Es kann nicht genügen, die Quartierbevölkerung mit einigen "flankierenden Massnahmen" zu beruhigen oder einige Parkplätze unter die neuen Türme verschwinden zu lassen. Bürotürme sind hier keinesfalls erwünscht, eine Überbauung des Springgartens kommt gar nicht in Frage!
Wenn "Bern" den Spitzensport bzw. den Passivsport (Hauptnutzer sind die Zuschauer, welche nicht die vollen Kosten ihres Vergnügens werden bezahlen müssen!) unterstützen wollen, dann transparent und offen mit einem Beitrag an die Sanierungskosten der bestehenden Eis-Halle durch einen klaren Finanzbeschluss des Stadtrates und nicht durch wenig transparente Mitfinanzierungen. Das Projekt muss zur Überarbeitung an den Absender zurückgeschickt werden.
Jacqueline Morgenegg, gb.sekretärin
