Grünes Bündnis Stadt Bern

Wed 28.07.2004

PINTO: Flankierende Massnahmen notwendig

Das Grüne Bündnis begrüsst das Projekt PINTO (Prävention, Intervention und Toleranz). PINTO soll einen konkreten Beitrag zu gegenseitiger Toleranz, zu einer Koexistenz von allen in der Stadt Bern Wohnenden leisten. PINTO darf kein repressives Instrument gegenüber sogenannt Randständigen sein und zu keiner weiteren Verdrängungspraxis von unerwünschten Personen aus der Innenstadt führen. Sogenannt störendes Verhalten muss klar, möglichst transparent definiert werden und darf nicht von subjektivem Empfinden abhängen. Das GB hält an der Forderung fest, dass die Wegweisungspraxis beendet werden soll und erwartet, dass PINTO hier einen konstruktiven Beitrag leisten kann.

Wichtig ist für das GB der Grundsatz, dass ein PINTO-Team auf der Gasse nur dann Sinn macht, wenn flankierende Massnahmen für die Betroffenen gewährleistet sind. Für Alkoholabhängige oder Punks braucht es Aufenthaltsorte und Räume. Denn die betroffenen Personen lösen sich nicht einfach in Luft auf, wenn man sie aus dem Bahnhof oder von der kleinen Schanze vertreibt. Ob ein betreutes "Alkistübli" auch funktioniert, hängt besonders vom Ort ab wo dieser Treff steht und ob die Betroffenen diesen akzeptieren.

Das Grüne Bündnis wird das Projekt PINTO kritisch verfolgen, nicht zuletzt bezüglich der Zusammenarbeit mit der Polizei. Auch muss die Frage der finanziellen Verhältnismässigkeit gestellt werden (z.B. rund 30 Personen in der sogenannten "Alki-Szene").

Das GB fordert vom Gemeinderat ein professionelles Monitoring des Projekts und eine regelmässige Berichterstattung an den Stadtrat.

Natalie Imboden, gb.stadträtin

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