Grünes Bündnis Stadt Bern

Fri 20.08.2004

Gemeinsam gegen Veloschikane in die Pedale treten!

20. August 2004

Das Grüne Bündnis hat die Velo-Kundgebung vom 23. August 2004 unterstützt, die von der Jungen Alternative und der JUSO organisiert wurde. Bern soll eine velofreundliche Stadt sein. Dafür braucht es genügend Veloparkflächen - insbesondere rund um den Bahnhof - statt Schikanen gegen VelofahrerInnen. Die Stadt muss umgehend handeln und eine velofreundliche Lösung suchen. Dazu hat das Grüne Bündnis zwei Vorstösse im Stadtrat eingereicht (siehe weiter hier).

Was zu Beginn als Veloförderungsmassnahmen zur Verbesserung der prekären Veloabstellsituation am Bahnhof geplant war, entpuppt sich nun als schikanöses und praxisuntaugliches Instrument. Die erklärten Ziele, nämlich Attraktivierung des Angebots für das umweltfreundliche Verkehrsmittel Velo sowie Erhöhung der Zahl von VelofahrerInnen (und damit öV-NutzerInnen), werden mit einer solchen, mit repressiven Elementen versehenen Velo-Parkordnung auf jeden Fall nicht erreicht.

 

  1. Die Zahl der offiziellen Velo-Abstellplätze zwischen Bahnhofplatz und Bollwerk ist auf 1200 zu erhöhen.
  2. Die bei der Heiliggeistkirche und bei der alten Bushaltestelle vor dem Burgerspital für Roller und Motorräder markierten Parkfelder zu entfernen und zugunsten von zusätzlichen Veloabstellplätzen zu markieren.
  3. Die Maximale Parkdauer auf den markierten Feldern ist auf 10 Tage zu erhöhen.
  4. Ausserhalb von markierten Feldern abgestellte Velos sind nur dann zu entfernen, falls sie für FussgängerInnen zu einer bedeutenden Einschränkung der Wegverbindung führen oder länger als 10 Tage abgestellt sind.
  5. Die kostenpflichtigen Plätze in der Velostation Bollwerk sind auch nach der "Einführungsphase" ab 2005 bei Fr. 1.- / 24h zu belassen.

Jacqueline Morgenegg, gb.sekretärin

 

Dringliche Motion:

Genügend attraktive Veloparkplätze rund um den Bahnhof statt schikanöse Velo-Wegweisungen!

vom 12. August 2004

Am 9. August 2004 trat die neue Velo-Parkordnung am Bahnhof in Kraft. Was zu Beginn als Veloförderungsmassnahmen zur Verbesserung der prekären Veloabstellsituation am Bahnhof geplant war, entpuppt sich schon von Beginn weg als schikanöses und praxisuntaugliches Instrument. Die erklärten Ziele: Attraktivierung des Angebots für das umweltfreundliche Verkehrsmittel Velo sowie Erhöhung der Zahl von VelofahrerInnen (und damit öV-NutzerInnen), werden mit einer solchen, mit repressiven Elementen versehenen, Parkordnung auf jeden Fall nicht erreicht.

Eine Bewirtschaftung von Veloparkplätzen verhindert eigentlich das Belegen von wertvollen Plätzen durch besitzlose Fahrräder über eine längere Zeit und erhöht damit letztlich den Parkraum. Was ein Vorteil für öV/Velo-PendlerInnen und andere Bahnhof-BenutzerInnen bedeutet. Die Einführung einer Parkordnung mit diesem Lösungsanspruch, kann aber nur erfolgreich sein und von den VelofahrerInnen akzeptiert werden, wenn effektiv genügend, insbesondere auch kostenlose, Abstellplätze in der Nähe der Bahnhofeingänge zur Verfügung gestellt werden. Dass dieser Platz, z.B. hinter der Heiliggeistkirche - trotz gegenteilig lautender überwiesener Motion! - neu den luftverschmutzenden Rollern und Motorrädern angeboten wird statt Velos oder dass ästhetische Argumente ins Feld geführt werden, ist ein Affront gegenüber den VelofahrerInnen. Zudem werden zahlreiche BernerInnen, die ausserhalb der Stadt als WochenaufenthalterInnen arbeiten, mit der 4 Tage-Regelung an einer effizienten, kombinierten Mobilität behindert. Es braucht eine ordnende Regelung am Bahnhof, aber sie muss velofreundlich sein und nicht velofeindlich. Und in erster Linie braucht es mehr Veloabstellplätze statt administrativen Überwachungsaufwand.

Wir fordern deshalb vom Gemeinderat:

  1. Die bei der Heiliggeistkirche und bei der alten Bushaltestelle vor dem Burgerspital für Roller und Motorräder markierten Parkfelder zu entfernen und zugunsten von zusätzlichen Veloabstellplätzen zu markieren. Rollern und Motorrädern sind in den Parkings Plätze zuzuweisen.
  2. Die Zahl der offiziellen Velo-Abstellplätze zwischen Bahnhofplatz und Bollwerk auf 1200 zu erhöhen (inkl. 200 in der Velostation). Dabei können auch Plätze z.B. in der Genfergasse auf Kosten von Autoparkplätzen oder vor dem PkZ auf Kosten der Taxi-Abstellplätze evaluiert werden, etc.
  3. Die Maximale Parkdauer auf den markierten Feldern ist auf 10 Tage zu erhöhen.
  4. Nur solche ausserhalb von markierten Feldern abgestellte Velos sind zu entfernen, die für FussgängerInnen zu einer bedeutenden Einschränkung der Wegverbindung führen oder länger als 10 Tage abgestellt sind.
  5. Die kostenpflichtigen Plätze in der Velostation Bollwerk (und bei weiteren zusätzlichen Velostationen) auch nach der „Einführungsphase" ab 2005 bei Fr. 1.- / 24h zu belassen.

Martina Dvoracek, gb.stadträtin

 

Dringliche Interpellation:

Was tut der Gemeinderat gegen das drohende Velochaos aufgrund fehlender Abstellplätze?

19.August

Das Ziel der neuen Veloordnung am Bahnhof, nämlich eine besseren Nutzung der Veloparkplätze droht in den fehlenden Veloparkplätzen unterzugehen. Einverstanden: Der Platz rund um den Bahnhof ist zu beschränkt, um als Entsorgungsort für alte oder unbenutzte Velos benutzt zu werden. Nun wird aber ein rigides Kontrollsystem eingeführt, OHNE dass gleichzeitig in der Umgebung des Bahnhofs genügend Abstellplätze vorhanden sind. Dies ist heute noch nicht gewährleistet, weil das Parkraumkonzept Velo insgesamt 3000 Plätze vorsieht. Es ist daher auch nicht verständlich, warum die ehemaligen sehr attraktiven Veloabstellplätze hinter der Heiliggeistkirche durch Parkplätze für Motorräder und Roller ersetzt worden sind.

Wenn sich Bern nicht als Veloverhinderungsstadt zum Gespött machen will, besteht dringender Handlungs- und auch Informationsbedarf. Die Stadt Bern hat sich mehrfach die Veloförderung auf die Fahnen geschrieben. Veloparkplatzförderung ist nun dringend nötig. Die neue Parkordnung darf deshalb keinesfalls zum Abschreckungsinstrument werden, sondern muss den VelofahrerInnen eindeutige Vorteile bringen.

Wir fragen daher den Gemeinderat dringlich an:

  1. Wie stellt der Gemeinderat sicher, dass in Bahnhofnähe genügend Veloparkplätze zur Verfügung stehen (Anzahl neue Plätze in welchem Zeitraum)?
  2. Ist er bereit die Kontrollen und allfälligen Massnahmen gemäss Parkordnung auszusetzen bis es tatsächlich genügend Parkierungsmöglichkeiten hat?
  3. Ist er bereit umgehend die maximale Parkdauer auf den markierten Feldern von 5 auf 10 Tage zu erhöhen, so dass den Anliegen von WochenpendlerInnen Rechnung getragen wird?

Natalie Imboden, gb.stadträtin

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