Grünes Bündnis Stadt Bern

Tue 18.05.2004

Pattsituation beim Viererfeld

Neuer Wohnraum braucht sozial- und umweltverträgliche flankierende Massnahmen
Das knappe Nein zum Zonenplan Vierfeld zeigt das Dilemma der Vorlage Viererfeld: Zwar ist die Notwendigkeit in der Stadt neuem Wohnraum zu schaffen offensichtlich, aber die vorliegende Vorlage vermochte wichtigen sozialen und ökologischen Anliegen nicht zu genügen. Zur Ablehnung dürfte beigetragen haben, dass das beabsichtigte Preissegment der Wohnungen für viele Wohnungssuchende, insbesondere auch das Zielpublikum von Familien mit Kindern, unerreichbar schien. Andererseits wurde die Chance verpasst mit einer tatsächlich autofreien Siedlung dem heute bereits stark mit Verkehr belasteten Quartier die Befürchtung nach weiteren Verkehrs-Belastungen zu nehmen.

Das Grüne Bündnis unterstützt die Schaffung von neuem Wohnraum in der Stadt Bern, dieser muss aber Kriterien der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit genügen. Autofreies bzw. autoarmes Wohnen für alle Schichten bleibt ein zukunftsträchtiges Ziel und soll weiter verfolgt werden.

Das Grüne Bündnis setzt sich dafür ein, dass das bereits verkehrs- und emissionsgeplagte Länggassquartier entlastet wird. Darum sollen unverzüglich die verkehrsberuhigenden Massnahmen umgesetzt werden, welche damals mit der Abstimmung zum Neufeldtunnel - der aus übergeordneten Gründen verzögert ist - vom Volk angenommen wurden.

Erfreut ist das Grüne Bündnis über die deutliche Zustimmung zu den weiteren drei Vorlagen Reklamereglement, Zonenplan Fellerstrasse (Hochschule der Künste Bern HKB) und Reglement politische Rechte:

 

Stärkung der Quartieranliegen
Das Ja zur Revision des Reglements politische Rechte stärkt die Arbeit in den Quartieren. Mit der Verankerung im Reglement erhalten die Quartierkommissionen endlich eine Grundlage für die finanzielle Abgeltung ihrer Koordinationsarbeit. Denn nur mit professioneller Unterstützung können die Quartierkommissionen die Anliegen der Quartierbevölkerung effektiv in den politischen Prozess einbringen.

 

Kampagne gegen das Reklamereglement als Plakat-Ente
Die Annahme des Reklamereglements zeigt, dass die Bevölkerung den differenzierten Schutz des Stadtbildes und der Verkehrssicherheit als wichtig erachtet und die finanzstarke bürgerliche Plakatkampagne im wahrsten Sinne des Wortes eine Plakat-Ente war.

 

Tram Bern West: Chance knapp verpasst
Das knappe Nein des Kantons zum Tram ist für die Stadt Bern sehr bedauerlich. Das zweite JA der StadtbernerInnen für das Tram Bern West ist aber ein deutliches Zeichen für den öffentlichen Verkehr. Für die betroffenen Quartiere müssen nun andere Wege für die notwendige bessere Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr gesucht werden.

Jacqueline Morgenegg, gb.sekretärin

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