Grünes Bündnis Stadt Bern

Thu 10.11.2005

Was ist aus den Versprechen geworden?

Baubeginn Neufeldtunnel

Nun ist es so weit: Der Bau des Neufeldtunnels hat begonnen. Beim Studerstein wurde der Spielplatz abgeräumt und in den Wald wird eine breite Schneise geholzt.

Wir haben uns engagiert gegen diesen Tunnel gewehrt, da er keine nachhaltige Lösung für die Verkehrsprobleme in der Stadt und Region Bern ist. Die Bevölkerung hat anders entschieden – auch weil der Tunnel mit guten flankierenden Massnahmen als Paket "verkauft" wurde.

  • Wo sind die Verkehrsberuhigungsmassnahmen im Länggassquartier? (siehe www.bern.ch oder Verkehrsmassnahmen Variante A) Bis heute wurde die Bevölkerung damit vertröstet, dass diese erst zusammen mit dem Tunnel realisiert werden könnten. Nun hat der Tunnelbau begonnen, von den Verkehrsberuhigungsmassnahmen ist aber weit und breit noch nichts zu sehen!
  • Warum musste der beliebte Quartierspielplatz schon abgerissen werden? Der Quartierbevölkerung wurde ein Ersatzspielplatz versprochen. Wo ist dieser geblieben? Warum wird den Kindern etwas versprochen und dann doch nicht eingehalten?
  • Warum muss auf Vorrat eine breite Schneise in den Wald gerodet werden? Der Baubeginn ist noch nicht absehbar, sind doch noch nicht einmal alle Bewilligungen vorhanden, noch sind nicht alle Einsprachen erledigt. Der Studerstein war Jahr für Jahr Treffpunkt der Samichläuse und der Quartierkinder. Findet der „Samichlous" dieses Jahr nun in einer Waldschneise statt?

Unverständlich ist auch, dass die Bevölkerung nicht über das weitere Vorgehen informiert wird. Nirgends gibt es eine Informationstafel. Nur etwas Positives hat dieses unmöglich Vorgehen: Der Quartierbevölkerung wird – schmerzlich – bewusst, dass der Neufeldtunnel Wunden aufreisst und eben nicht die geniale – da unsichtbare – Lösung aller Probleme ist.

Für das Grünen Bündnis ist der heutige "Holzfällertag" – der Baubeginn für den Neufeldtunnel – Anlass, mit Nachdruck dafür zu sorgen, dass die versprochenen Massnahmen nun sofort umgesetzt werden. Der verunglückte Baustart hat gezeigt, dass wir den Versprechen nicht blind vertrauen können. Darum setzen wir uns im Interesse der Quartierbevölkerung heute und in den kommenden Monaten dafür ein, dass nicht nur der Tunnel, sondern auch alle für das Quartier wichtigen Massnahmen rasch umgesetzt werden.

Monika Hächler, gb.sekretärin

Drucken