Zur Auswertung von PISA 2003
Das Grüne Bündnis erachtet die neue kantonale Auswertung von PISA 2003 als Beweis dafür, dass Verbesserungen für den Schulerfolg dringend nötig sind. Das Grüne Bündnis fordert den Kanton auf, konkrete Massnahmen wie sie in der Bildungsstrategie vorgesehen sind, schnell und wirksam umgesetzt werden müssen. Insbesondere die Entwicklung von integrativeren Schulen sollte gefördert werden.
Das unterdurchschnittliche Abschneiden des Kantons Bern in Mathematik und die mittelmässige Leseleistung sind höchst bedenklich. Seit der letzten PISA Auswertung hat sich wenig verändert. Bei der Frage nach den Ursachen von mittelmässigen und ungenügenden Leistungen kommt die PISA Studie auch dieses Mal zu altbekannten Schlüssen. Der Lernerfolg hängt entscheidend von der sozialen und kulturellen Herkunft der Kinder ab. Für das Grüne Bündnis zeigt sich einmal mehr: Bildungsabschluss und Berufsstatus der Eltern, ökonomische Situation und Lernunterstützung sind wichtige Faktoren für den Schulerfolg. Jugendliche aus bildungsfernen Familien und von immigrierten Familien sind mehrfach benachteiligt, weil bei ihnen verschiedene erschwerende Faktoren zusammentreffen.
Das Grüne Bündnis fordert die Erziehungsdirektion darum dringend auf, so rasch als möglich konkrete Massnahmen wie sie in der Bildungsstrategie vorgesehen sind, zu ergreifen, um den Schulerfolg der Kinder im Kanton Bern zu verbessern. Ergebnisse aus der Bildungsforschung sind bei der Entwicklung von Massnahmen einzubeziehen. Ein besonders wichtiges Ergebnis aus der Forschung ist dabei, dass integrativere Schulformen die Schulleistungen aller Kinder steigern. Das Konzept, wie die Integration gemäss Artikel 17 des Volksschulgesetzes umgesetzt werden soll, muss so rasch als vorgestellt werden. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass die Qualitätssicherung an speziell belasteten Schulen gesichert wird. Das Rad muss dabei nicht neu erfunden werden. Das Grüne Bündnis fordert den Kanton auf, analog dem erfolgreichen Modell QUIMS (Qualität in multikulturellen Schulen) in Zürich massgeschneiderte Projekte zu entwickeln und so die finanziellen Mittel gezielt einzusetzen. Die Evaluation des Zürcher Modells hat gezeigt, dass alle Kinder und auch die Lehrkräfte besser qualifiziert wurden.
Corinne Schärer, gb.grossrätin
