Integrative Schulen: Mehr Fakten - weniger Ideologie
Das Grüne Bündnis ist befremdet über das Vorhaben der SVP-Grossrätin Sabina Geissbühler, die mit ihrer Motion die Integration von Kindern in die Regelklassen plötzlich stoppen will (s. BUND vom 5. Dezember). Sämtliche wissenschaftliche Untersuchungen (PISA!) und Schulversuche sowie Länder mit integrativen Schulen – zum Beispiel das viel beachtete Finnland – zeigen, dass in der Realität Kinder von Schulen, welche integrativ sind und Fördermassnahmen gross schreiben, später den Anschluss an die Sekundarstufe II besser schaffen. Das Grüne Bündnis fordert nun , dass im Rahmen der von der Erziehungsdirektion geplanten Umsetzung der Integration regelmässige Evaluationen erfolgen. Zudem ist es absolut nötig, dass die Lehrkräfte genügend Unterstützung zugesichert erhalten, um der Herausforderung Integration positiv gegenüberzustehen. Das Grüne Bündnis wird dazu in der Januarsession eine Motion einreichen und so einen Weg aufzeichnen, um aufgrund von Fakten statt Ideologie zu diskutieren.
Auch das Grüne Bündnis sieht, dass die heute bestehende Schule vor allem in den sozial sehr heterogenen städtischen Gebieten und Agglomerationen die Lehrkräfte bereits im Übermass belastet. Dies darf jedoch nicht dazu führen, die Integration aller Kinder nicht mehr anzustreben. Vielmehr müssen die politischen Weichen so gestellt werden, dass die Lehrkräfte entsprechende Unterstützung erhalten, damit die Integration erfolgreich umgesetzt werden kann. Dazu gehören: Aus- und Weiterbildung durch Massnahmen wie Teamteaching, Zusatz- und Stützunterricht, heilpädagogische Unterstützung etc. Die bisherigen heilpädagogischen und Speziallehrkäfte sollen den Regelklassen zur Verfügung stehen, um die Bildungschancen aller Kinder zu erhöhen. Eine integrative Schule ohne genügende Ressourcen erhöht die Belastung zusätzlich, heterogene Klassen sind naturgemäss anspruchsvoller. Das Grüne Bündnis sieht es darum als vordringlich an, dass die Lehrkräfte nun deutliche Signale erhalten, dass sie Unterstützung bekommen, damit sie die Integration gut bewältigen können.
Zudem erachtet es das Grüne Bündnis als sinnvoll, neben dem geplanten Sozialindex speziell integrative Schulen mit Anreizen zu belohnen. In einem "Integrationspool" sollen Mittel für Schulen mit besonderen Integrationsleistungen zur Verfügung gestellt werden (analog QUIMS im Kanton Zürich).
Corinne Schärer, gb.grossrätin
