Kantonalpräsidentin Franziska Teuscher – ein Glücksfall für das Grüne Bündnis
Damit ich mich voll auf mein Amt als Berner Gemeinderätin konzentrieren kann, habe ich gestern Abend das GB-Kantonspräsidium abgegeben. Heute ist sozusagen meinen letzter Auftritt in offizieller Sache auf kantonaler Ebene. Eigentlich wäre mein Ziel gewesen, den Prozess des Zusammenschlusses der Grünen Parteien im Kanton Bern abzuschliessen. Dieser braucht jedoch mehr Zeit als ursprünglich vorgesehen. Es ist deshalb wichtig, dass ein neues Präsidium die Verantwortung dafür übernimmt, dass der eingeschlagene Weg – im Dienste unserer politischen Inhalte – mit voller Kraft weitergeführt werden kann. Und es braucht ein Präsidium, das im Rahmen eines Co-Präsidiums auch nach dem Zusammenschluss der Grünen die Seite des Grünen Bündnisses integrieren kann. Diese Person wird Franziska Teuscher sein.
Gerne gebe ich heute das Präsidium des GB Kanton Bern in die Hände von Franziska Teuscher. Sie ist in idealer Art und Weise dafür geeignet, die Politik des Grünen Bündnis und der Grünen Schweiz im Kanton Bern zu stärken und unsere rot-grünen Inhalte in konkrete Politik umzusetzen, also Mehrheiten dafür zu finden.
Wie viel wir in den letzten Jahren inhaltlich erreicht haben, ist in meinem Rücktrittsschreiben zusammengefasst. In den 12 Jahren, die seit meinem Einstieg in die Kantonspolitik vergangen sind, hat im Kanton Bern ein Prozess der Öffnung und ein Prozess der Modernisierung stattgefunden. Mit seiner analytischen, sachlichen und engagiert-konsequenten Politik hat das Grüne Bündnis viel zu dieser Öffnung beigetragen. In vielen politischen Feldern – z.B. der Bildungspolitik, der Sozialpolitik oder dem Umstieg auf alternative Energienquellen - sind wir aber noch lange nicht am Ziel angelangt.
Mit ihren grossen Kompetenzen in der Umwelt- und Sozialpolitik, mit ihrer breiten Vernetzung und ihren Kenntnissen der nationalen Politik kann Franziska Teuscher dem Kanton Bern wichtige Impulse geben. Ihre Bildungs- und Arbeitserfahrung deckt die drei zentralen Standbeine des Grünen Bündnis – Umweltpolitik, soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung – sehr umfassend ab. Und auf ihrem politischer Weg hat sie auf allen drei Ebenen des Föderalismus wichtige Impulse gegeben.
Die wichtigsten Stationen:
- Geboren 1958, aufgewachsen in Bern
- Studium der Biologie und Nachdiplomstudium in Umweltwissenschaften
- selbständigerwerbende Landschaftsplanerin (Gemeinden Region Bern)
- Aufbau und langjährige VR-Präsidentin eines Planungsbüros
- 1989-1990 Mitglied des Berner Stadtrates. Dank ihrem Vorstoss "Kinderkrippen statt Wartelisten" baut die Stadt Bern das Kinderkrippen-Angebot nach wie vor aus
- 1990-1995 Mitglied des Grossen Rates des Kantons Bern.
- Seit 1995 Nationalrätin und Mitglied der Umwelt-, Raumplanungs- und Energiekommission. Schwerpunktthemen Energie, Umwelt, Gleichstellung, Soziales, Familie
- 2002 Kandidatur für den Berner Regierungsrat mit dem besten Grünen Resultat seit Leni Robert (zur Regierungsrätin fehlten nur 1632 Stimmen).
- Mit 88'000 Stimmen erzielte Franziska Teuscher bei den Nationalratswahlen 2003 das drittbeste Resultat aller Kandidierenden im Kanton Bern. Seither in den Kommissionen Sozial- und Gesundheitspolitik (SGK) und Verkehr- und Fernmeldewesen (KVF) aktiv.
Franziska Teuscher ist Zentralpräsidentin des Verkehrsclub der Schweiz (VCS), Mitglied der Frauenkommission des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Stiftungsrätin der sanu (Partner für Umweltbildung und Nachhaltigkeit). Sie war Präsidentin der IG Velo Schweiz (bis 2003), Co-Präsidentin der GBI- Sektion Bern (bis 2000), Mitglied im Vorstand WWF Sektion Bern (bis 2001), im Vorstand der Pro Natura Sektion Bern (bis 1998).
von Regula Rytz
