Problem an der Wurzel packen
Nachhaltiger Hochwasserschutz
Die Aufarbeitung der Hochwasserschäden vom letzten August 2005 hat eine konkrete lokale, aber auch nationale und gar globale Ebene. Daher können die Massnahmen nicht nur isoliert und lokal betrachtet werden.
Das Grüne Bündnis unterstützt Massnahmen, welche den betroffenen Matte-BewohnerInnen besseren Schutz vor weiteren möglichen Hochwasserschäden bieten. Neben notwendigen Verbesserungen, z.B. bei Warnsystemen, sollen auch die Gebäude besser geschützt werden. Bei den vorgeschlagenen vier Varianten verlangt das Grüne Bündnis eine seriöse Abschätzung von Nutzen und Kosten einzelner Varianten, insbesondere bei millionenschweren Tunnelprojekten. Konkret bei der Schwemmholzproblematik zeigt sich, dass hier die Berner Matte die Folgen ausserhalb von Bern entstandener Probleme sprichwörtlich ausbaden muss. Daher müssen Lösungen kantonal und gar national angegangen werden; dies gilt insbesondere auch für die Finanzierung.
Das Grüne Bündnis fordert zudem, dass in der Diskussion auch die Ursachen einbezogen werden. Die Hochwasserkatastrophe vom August 2005 verdeutlicht, dass der Alpenraum durch den Klimawandel besonders gefährdet ist. Seit 30 Jahren verstärkt sich der Treibhauseffekt. Die zunehmende Erwärmung der Erdatmosphäre führt dazu, dass extreme Wetterereignisse wie Stürme, Dürren und Hochwasser häufiger auftreten. Verursacht wird der Klimawandel hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Energieträger und die dadurch steigenden Emissionen von Kohlendioxid (CO2) und weiterer Spurengase.
Das Grüne Bündnis fordert einerseits die nationale Politik auf, endlich das klimapolitische "laisser-faire" zu beenden und mit konkreten Massnahmen dem Klimawandel entgegen zu treten - durch eine rasche Halbierung der CO2-Emissionen und durch Förderung der neuen erneuerbaren Energien. Andererseits kann aber auch die Stadt einen konkreten Anteil leisten. Das Grüne Bündnis hat im August 2005 mit dem Positionspapier Mehr grüne Kraft für EnergieWasserBern ewb und (hängigen) Vorstössen im Stadtrat den Handlungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Strompolitik der Stadt Bern aufgezeigt. Bei der Energiepolitik kann die Stadt Bern demnächst konkret unter Beweis stellen, dass sie langfristig und nachhaltig ihren Beitrag gegen den Klimawandel und für die Prävention leistet.
Natalie Imboden und Martina Dvoracek
