Für gute Quartierschulen und integrative Schulmodelle!
Zur Revision des Schulreglements
Erfreut hält das Grüne Bündnis fest, dass das vorliegende Reglement grundsätzlich zur Stärkung der öffentlichen Volksschule beiträgt. Die Realisierung der Chancengleichheit bei der Bildung ist eine zentrale öffentliche Aufgabe. Bildung lässt sich nicht auslagern; die Gemeinde ist verantwortlich für grösstmögliche Gestaltungs- und Entwicklungsfreiheiten für alle Schulkinder unabhängig von ihrer (sozialen) Herkunft.
Die sich ändernden SchülerInnenzahlen in bestimmten Stadtteilen und Quartieren sind eine Tatsache. Eine Reduktion der Schulkreise ist angesichts dieser Entwicklung sinnvoll. Eine flexible Handhabung der Schulkreisgrenzen wird es aber immer geben müssen - auch nach der Reduktion der Kreise. Das Grüne Bündnis bevorzugt die Variante B mit sechs Schulkreisen, da sechs Kreise überblickbar sind und eine bessere Identifikation für SchülerInnen, Eltern und Lehrkräfte, ermöglichen als nur noch drei Kreise. Es sollen auch künftig keine Mammutklassen entstehen und das fakultative Fächerangebot ist zu gewährleisten.
Für das Grüne Bündnis ist es wichtig, dass strukturelle Vorgaben die Entscheidungsfreiheit der Schulkommissionen bei der Modellwahl nicht behindern. Insbesondere integrative Modelle wie Twann (4) und Spiegel (3b) sollten vermehrt gefördert werden – gerade im Hinblick auf die Umsetzung des Integrationsartikels 17 des Volksschulgesetzes. Das Grüne Bündnis erachtet es dabei als wichtig, dass künftig innerhalb des Schulkreises für verschiedene Schulstandorte unterschiedliche Modelle gewählt werden können.
Was den Bereich der besonderen Klassen, des Spezialunterrichts und der Klassen für Fremdsprachige betrifft, stellt das GB leider fest, dass die Organisation unklar ist. Die heute gewonnenen Erfahrungen in Schulkreis übergreifenden Strukturen dürfen in der künftigen Struktur nicht verloren gehen. Im Hinblick auf die Umsetzung des Integrationsartikels gemäss Volksschulgesetz muss die Stadt Bern beim Kanton klare Vorgaben verlangen.
Dem Konzept der Schulkreisleitungen steht das Grüne Bündnis kritisch gegenüber. Die KreisleiterInnen sind weit weg von den Klassen und der direkte Bezug zum Schulalltag fehlt. Die so geschaffene zusätzliche Hierarchiestufe erschwert unnötigerweise den Dialog. Die vorgesehen Kompetenzen der Schulkreisleitungen können mit der Konferenz der Standortschulleitungen mit einem gewählten Präsidium ebenso gut wahrgenommen werden.
Myriam Duc, gb.stadträtin
