Ein wichtiger Schritt in Richtung integrative Schule!
Schulreglement Stadt Bern
Das Grüne Bündnis begrüsst die Revisionsvorlage des Schulreglements, welche mehrere Anliegen aufnimmt, die das Grüne Bündnis in der Vernehmlassung eingebracht hat. Bildungs- und integrationspolitisch zentral ist es, dass die Schulkommissionen frei sind in der Wahl der Oberstufenmodelle. Dies ist gerade im Hinblick auf die Umsetzung des Integrationsartikels 17 des Volksschulgesetzes sinnvoll. Das Grüne Bündnis erachtet es als wichtig, dass künftig innerhalb des Schulkreises für verschiedene Schulstandorte unterschiedliche Modelle gewählt werden können. Integrative Modelle wie Twann und Spiegel können so vermehrt gefördert werden. Nur so kommt die Stadt Bern einer echten integrativen Schule näher, welche die Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen gewährleistet. In diesem Zusammenhang erachtet es das Grüne Bündnis als wichtig, dass eine Rechtsgrundlage für ein Netz von Tagesschulen und Schulsozialarbeit geschaffen wird, insbesondere für integrative Förderangebote im Vorkindergartenalter.
Mit der Schaffung von sechs Schulkreisen erhält die Stadt Bern eine ähnliche Organisationsstruktur, wie sie heute informell mit den rechtlich nicht verankerten Schulgebieten existiert. Die Einteilung orientiert sich neu an den Stadtteilen. Sechs Kreise sind überblickbar und ermöglichen eine gute Identifikation für SchülerInnen, Eltern und Lehrkräfte.
Mit Genugtuung nimmt das Grüne Bündnis zur Kenntnis, dass das Konzept der Schulkreisleitungen fallen gelassen wurde und stattdessen eine Stelle mit Koordinationsfunktion im Sinne einer prima inter pares vorgeschlagen wird.
Das Grüne Bündnis unterstützt ebenfalls die neue Organisation des heilpädagogischen Bereichs und des Spezialunterrichts, welche in Zukunft in die sechs Schulkreise integriert werden. Allerdings ist es sehr wichtig, dass dies behutsam geschieht, denn es bleibt ein Anliegen des Grünen Bündnisses, dass die heute gewonnenen Erfahrungen in Schulkreis übergreifenden Formen in der künftigen Struktur nicht verloren gehen dürfen. Darum begrüsst das Grüne Bündnis die vom Gemeinderat vorgeschlagene neue Fachkommission. Sie unterstützt dieses Anliegen und stellt den Schulkommissionen zusätzlich das erforderliche Fachwissen zur Verfügung.
Bei der Mitwirkung der Eltern erachtet es das GB als sinnvoll, Elternräte lediglich auf der Stufe Schulstandort einzurichten. Kreiselternräte, wie im neuen Schulreglement vorgesehen, sind zu weit weg vom Schulalltag und machen die Struktur schwerfällig. Endlich wird das Recht auf Mitsprache von ausländischen, nicht stimmberechtigten Eltern eingeführt – ein längst fälliger demokratiepolitischer Entscheid! Die Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler muss aktiver unterstützt und ermöglicht werden. Das Grüne Bündnis befürwortet die Einrichtung von vielen SchülerInnenräten auf freiwilliger Basis.
Myriam Duc, gb.stadträtin
