Grünes Bündnis Stadt Bern

Tue 24.01.2006

5:0 für den Entsorgungshof Nord

Nein zum privatisierten Gewinn auf Kosten der öffentlichen Hand

Heute muss die Stadt die aufwändige, aber unrentable Abfallentsorgung gewährleisten, das gewinnträchtige Wiederverwertungsgeschäft machen aber Private! Die Stadt ist dem Preisdiktat der Zwischenhändler unterworfen und erzielt beim Verkauf der Wertstoffe einen zu geringen Preis. Sie als EinwohnerInnen bezahlen dann die Abfallzeche.

 

Sortieren lohnt sich für die Stadt und für die Bevölkerung

Weil die Stadt heute Papier und Karton nicht trennen kann und somit unsortiertes Altpapier verkaufen muss, erzielt sie pro Tonne nur 35 Franken. Für sortiertes Altpapier wird aber rund 80 Franken pro Tonne bezahlt. Im Entsorgungshof kann eine Sortierungsanlage integriert werden, welche Papier und Karton trennt. Dadurch kann die Stadt beim Verkauf der Wertstoffe einen höheren Erlös erzielen, was wiederum den EinwohnerInnen zugute kommt.

 

Moderner und nachhaltiger

In einem Entsorgungshof wird kein Hauskehricht gelagert (der kommt in die Kehrichtverbrennungsanlage), sondern es werden kaputte Möbel, Kunststoffbehälter, Metallteile, Batterien, Papier oder Sonderabfälle hingebracht. Im Entsorgungshof werden diese „Wertstoffe“ fachgerecht getrennt, gelagert und an Recyclingfirmen weitergeleitet. So werden aus unbrauchbaren „Abfällen“ wiederverwertbare Rohstoffe. Das macht ökologisch und ökonomisch Sinn.

 

Es braucht einen neuen Entsorgungshof - der richtige Standort ist gefunden

Die Stadt Bern betreibt heute vier Entsorgungshöfe. Da die Mengen an „Überflüssigem“ in unserer Konsumgesellschaft steigen und eine immer grösserer Anteil des Abfalls durch die BewohnerInnen von Bern den Separatsammlungen übergeben wird, sind drei dieser vier Höfe zu klein geworden. Sie müssen in den nächsten Jahren durch einen grösseren Entsorgungshof ersetzt werden. Der Ersatz ist an der Wankdorffeldstrasse geplant.

Das Areal Wankdorffeldstrasse ist der einzige Ort im Nordquartier, der für eine solche Nutzung in Frage kommt, da er in einer Industrie- und Gewerbezone liegt. Das Schlachthofareal vis-a-vis liegt in einer Dienstleistungszone und ist deshalb keine Alternative.

 

Alles erfolgt in geschlossenen Hallen

Entsorgungshöfe sind bei der Bevölkerung beliebt. Als der Entsorgungshof Lorraine geschlossen wurde, protestierte das Quartier. Der neue Entsorgungshof Nord hat gegenüber dem alten Lorraine-Hof und den heutigen Höfen grosse Vorteile: Die An- und Zulieferung und die Bearbeitung der Wertstoffe erfolgt in geschlossenen Hallen (Lärmschutz), die Waren werden zu 70% mit der Eisenbahn wegtransportiert und es soll ein (privates) Brockenhaus entstehen. Zur Verkehrsbelastung sagt eine Studie des Nein-Komitees selber: Mit der geplanten Grösse wird keine wahrnehmbare Zusatzbelastung bei Lärm und Luft entstehen. Trotzdem will die Stadt die Verkehrssituation zusammen mit dem Dialog Nordquartier optimieren und die Belastung senken.

Auskunft: Stéphanie Penher, AG Ökologie Tel. 079 711 19 15

 

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