Grünes Bündnis Stadt Bern

Fri 15.09.2006

Integrative Schulen: Das Grüne Bündnis lanciert Informations-Kampagne

Das Grüne Bündnis hat heute an einer Medienkonferenz gemeinsam mit dem VPOD die Kampagne „Schule ohne Ausgrenzung – eine integrative Schule ist möglich. Anregungen und Vorbilder von heute für morgen“ vorgestellt. Die Kampagne wird unterstützt von vpod region bern, insieme region bern, Grüne Kanton Bern und dem Gewerkschaftsbund Stadt Bern.

Mit einem Prospekt, einer Website und Veranstaltungen wird anhand von Beispielen gezeigt, dass integrative Schulen möglich sind und funktionieren. Die Website nimmt konkrete Ängste, Bedenken und Fragen von Lehrkräften, Eltern und Behörden auf und gibt Antworten. Zudem wird der Vorteil von integrativen Schulen für den Schulerfolg aller Kinder anhand dem aktuellen Stand der Bildungsforschung und Schulversuchen dokumentiert. Und schliesslich verfügt die Website über ein Verzeichnis von Literatur und zahlreichen Links, welche Interessierten weiterführende Informationen vermitteln. Der Prospekt bietet eine Zusammenfassung und eine kurze Einführung in das vielschichtige Thema und macht auf die Website aufmerksam.

Unter dem Motto „nicht tabuisieren sondern informieren und diskutieren“ wird das Ziel verfolgt,  den Prospekt und die Adresse der Website unter Lehrkräften, Eltern, Behörden, Politikerinnen und Politiker und Organisationen, welche Kinder mit besonderen Bedürfnissen vertreten, breit zu streuen.
Die Kampagne steht im Zusammenhang mit der kommenden Umsetzung des Integrationsartikels. Seit 2001 verlangt der Artikel 17 des Volksschulgesetzes, dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen in die Regelklassen integriert werden. Die Umsetzung dieses Artikels wird kontrovers diskutiert und seit fünf Jahren vorbereitet. Im Januar 2007 wird der Grosse Rat nun das Umsetzungskonzept der Erziehungsdirektion beraten.

Das Grüne Bündnis weist auf seiner Website auf den aktuellen Forschungsstand hin, welcher zeigt, dass mit integrativeren Schulen die Bildungschancen aller Kinder verbessert werden. Die Begabung und Fähigkeit eines jeden Kindes können erfolgreicher gefördert werden als in separierenden und selektiven Schulen. Dies zeigt zum Beispiel die Kantonsauswertung der PISA Studie. Auf diesem Hintergrund nimmt die Bedeutung einer erfolgreichen Umsetzung des Integrationsartikels noch zu.

Die erfolgreiche Umsetzung der Integration hängt jedoch entscheidend von guten pädagogischen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen ab. In diesem Prozess werden die Lehrkräfte eine Schlüsselrolle einnehmen. Darum müssen ihre Bedenken und Bedürfnisse besonders ernst genommen werden. Das Kind darf also nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden. Zu den notwendigen Ressourcen und Strukturen gehören u.a. angepasste Aus- und Weiterbildung, Teamteaching und kooperative Unterrichtsformen, Zusatz- und Stützunterricht sowie Einbezug der HeilpädagogInnen in den Unterricht. Das Grüne Bündnis bzw. die Grünen Kanton Bern werden sich weiterhin dafür einsetzen, dass dafür genügend finanzielle Mittel bereitstehen und pädagogische Anpassungen erfolgen.

www.integrativeschule.ch
Prospekt „Schule ohne Ausgrenzung. Eine integrative Schule ist möglich. Anregungen und Vorbilder von heute für morgen“. Bestellungen über info(at)gbbern.ch, unter 031 301 82 09 oder via www.integrativeschule.ch

Veranstaltungshinweise 
Diskussionsveranstaltung vom 19. September 2006
Tagung vom 28. Oktober 2006

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