Kantonale Kulturförderung: Nicht auf Kosten der kleineren städtischen Kulturinstitutionen
Das Abschiedsgeschenk des kantonalen Kulturministers hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Das seit langem erwartete und angekündigte neue Kulturförderungsgesetz, welches eine neue vereinfachte Grundlage für die Finanzierung der Kulturinstitutionen hätte bringen sollen, lässt weiter auf sich warten. Das vorliegende Konzept bietet wenig Klärung: Neu sollen die Agglomeration Bern allein für die Kunstmuseen (Kunstmuseen, Abteilung Gegenwart, Klee-Museum), Theater (u.a. Stadttheater) und Regionalbibliotheken zuständig sein. Aufgabenentflechtungen können durchaus sinnvoll sein. Das Grüne Bündnis wehrt sich aber dagegen, wenn z.B. im Fall des Klee-Museums unklare Finanzierungsmechanismen und absehbare Finanzlöcher regionalisiert werden sollen.
Für die Stadt Bern, welche neben der Mitunterstützung der grossen 5 Kulturinstitutionen auch noch eine grosse Vielfalt kleinerer, auch zeitgenössischer kultureller Institutionen (Schlachthaus, Dampfzentrale, Kornhaus, Reitschule, etc) unterstützt, darf eine Neuausrichtung auf keinen Fall auf Kosten dieser Institutionen gehen. Das Grüne Bündnis wird sich für diese urbanen kulturellen Perlen einsetzen.
Grundlage einer Neuverteilung und Entflechtung der Kulturinstitutionen muss in jedem Fall eine gerechtere Finanzierungsgrundlage unter Beteiligung der Agglomerationsgemeinden - welche unter fairen Bedingungen ausgehandelt wird - sein.
Das Grüne Bündnis erwartet vom Gemeinderat eine klare Strategie gegenüber dem kantonalen Kulturkonzept, welches aus städtischer Sicht, aber auch aus Agglomerationsperspektive die Kulturpolitik der Region Bern sowohl der grossen wie der kleineren Institutionen gemeinsam betrachtet. Dabei ist auch zu prüfen, inwiefern die Agglomeration Bern künftig auch einen Beitrag an die bisher ausschliesslich städtischen Kulturinstitutionen (Schlachthaus etc.) leisten kann, da diese auch von Kulturinteressierten von ausserhalb der Stadt besucht werden.
