Kein Ausbau des P+R Neufeld
Das Grüne Bündnis lehnt die Verdoppelung der Parkplatzzahl im P+R Neufeld ab. Ein Ausbau des P+R Neufeld ist nicht nötig und widerspricht dem Parkplatzkompromiss.
Die Überbauungsordnung P+R Neufeld sieht eine Verdoppelung der Parkplatzzahl im P+R Neufeld vor. Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens hat sich das Grüne Bündnis (GB) zur Überbauungsordnung P+R Neufeld geäussert (Download vollständige Mitwirkungseingabe). Das Grüne Bündnis lehnt die vorgeschlagene Überbauungsordnung ab.
Für das Grüne Bündnis ist nicht klar, welche verkehrsplanerischen Ziele mit dem Ausbau des P+R Neufelds verfolgt werden. Aus Sicht des GB widerspricht der Ausbau der bisherigen Verkehrspolitik, welche eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs zum Ziel hat.
Das GB ist der Auffassung, dass der Ausbau des P+R Neufeld gegen den Berner Parkplatzkompromiss verstösst. Die Stadtberner Bauordnung – welche letztes Wochenende von den StimmbürgerInnen klar angenommen worden ist – verlangt, dass neue Parkplätze nur dann erstellt werden dürfen, wenn bestehende Parkplätze aufgehoben werden. Die gemäss Überbauungsordnung vorgesehene Reduktion von Parkplätzen rund um das Stade de Suisse ist aus Sicht des GB keine entsprechende Kompensation, da diese Parkplätze lediglich an maximal 50 Tagen pro Jahr genutzt werden dürfen.
Eine kleine (unwissenschaftliche) Stichprobe bei den beiden P+R Neufeld und P+R Wankdorf-Allmend zeigt freie Kapazitäten. Die Notwendigkeit von zusätzlichen Parkplätzen im Neufeld ist für das Grüne Bündnis nicht erwiesen.
Es ist auch nicht zutreffend, dass es in der Stadt „kaum mehr“ Parkplätze für BesucherInnen/PendlerInnen gibt, die aufgehoben werden könnten. Allein auf der Schützenmatte könnte eine beträchtliche Anzahl Parkplätze aufgehoben werden und die Fläche könnte attraktiv umgestaltet und umgenutzt werden.
Zudem stellt sich die Frage der Energieeffizienz von P+R-Anlagen: Das Bundesamt für Energie BFE empfiehlt in einer Studie aus dem Jahr 2004 (1), die Energiebilanz von P+R-Anlagen kritisch zu hinterfragen. Gewisse Anlagen haben nämlich gemäss BFE gar eine negative Energiebilanz und sind auch aus energiepolitischen Gründen nicht sinnvoll.
(1) Schlussfolgerungen des BFE zu P+R-Anlagen zuhanden von Bundesstellen, Kantonen, Gemeinden und Transportunternehmungen (pdf , 98 KB): Studie "Energieeffizienz von P+R-Anlagen“, 2004 (http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00535/index.html?lang=de&dossier_id=00819).
