Grünes Bündnis Stadt Bern

Fri 08.09.2006

Pilotprojekt in Bern

Das Problem der Diskriminierung bei Anstellungen ist seit einiger Zeit bekannt. Stellensuchen-de Menschen werden aufgrund von Name, Hautfarbe, Nationalität, Alter, Geschlecht, Religion oder Behinderung im Bewerbungsverfahren benachteiligt oder sogar diskriminiert. Mittels fik-tiven Bewerbungen konnte nachgewiesen werden, dass die Diskriminierung auf dem Arbeits-markt in der Schweiz eine Realität ist und v.a. Jugendliche aus Nicht-EU-Staaten überdurch-schnittlich stark betroffen sind.

In Genf hat ein Versuch für Anstellungsverfahren mit anonymisiertem Lebenslauf diese Tatsa-che bestätigt. Die Projektleitung entfernte alle Hinweise auf Herkunft, Alter und Geschlecht aus den Bewerbungsschreiben. Übrig blieben nur Ausbildung und berufliche Qualifikationen. Die anonymisierten Bewerbungen wurden wie üblich behandelt und die für die Stelle geeigneten KandidatInnen wurden zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Die drei für diesen Versuch ausgewählten Arbeitgeber gaben zu, dass mit dem neuen System z.B. ältere Personen und GrenzgängerInnen mehr Chancen erhielten, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu wer-den. Einige dieser so genannten atypischen KandidatInnen wurden dank diesem Verfahren an-gestellt. Alle beteiligten Akteure begrüssten schliesslich diese Form von Anstellungsverfahren.

Das Grüne Bündnis hat einen Vorstoss zu dieser Thematik eingereicht. In einem Pilotversuch sollen solche Anstellungsverfahren in der Stadt Bern geprüft werden, insbesondere in der Ver-waltung, den ausgelagerten Betrieben sowie den subventionierten Institutionen. Zudem soll die Koordinationsstelle für Integration Privatunternehmen für einen ähnlichen Versuch gewinnen. Das Grüne Bündnis ist überzeugt, dass damit die Chancengleichheit bei Personalfragen verbes-sern wird.

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