Das Grüne Bündnis begrüsst eine Stärkung der Koordinationsstelle „Häusliche Gewalt“, welche mit ihrem pro-aktiven Ansatz Pionierarbeit leistet
„Jede fünfte Frau wird im Laufe ihres Lebens einmal Opfer häuslicher Gewalt". Diese Erkenntnis aus dem Bericht des Nationalfonds-Projekts 35 „Domination et violence contre la femme dans le couple“ von 1997 rüttelte auf und wirkte als Katalysator dafür, dass die häusliche Gewalt heute als gesellschaftliches Problem von erstrangiger Bedeutung anerkannt ist. Häusliche Gewalt betrifft alle sozialen Schichten, unabhängig von Bildungsstand, Einkommen, gesellschaftlichem Status und Kultur oder Herkunft. Gewalt wird nicht mehr als persönliches Problem zwischen zwei Menschen angesehen. Sie gilt als öffentliche Angelegenheit und wird nicht länger toleriert. 296 Mal musste die Polizei in der Stadt Bern im Jahr 2007 wegen häuslicher Gewalt intervenieren.
Gewalt stoppen – Opfer schützen – Täter zur Verantwortung ziehen: das sind die Leitsätze des Berner Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt (bip), welches bereits 1999 gemeinsam von Stadt und Kanton Bern ins Leben gerufen wurde und vom Grünen Bündnis aktiv gefordert und unterstützt wurde. 333 Opfer häuslicher Gewalt wurden von der Koordinationsstelle „Häuslicher Gewalt“ im vergangenen Jahr betreut. Die Fälle haben stetig zugenommen.
Um vor Gewalt in den eigenen vier Wänden zu schützen, sollen die Angebote für Betroffene und Sensibilisierungsmaßnahmen ausgebaut werden. Neben der wichtigen polizeilichen Arbeit leistet die städtische Koordinationsstelle „Häusliche Gewalt“ seit 4 Jahren insbesondere mit ihrem pro-aktiven Ansatz, der eine aktive Kontaktaufnahme mit den Betroffenen nach dem polizeilichen Einsatz bedeutet, dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Ihr gutes und unbürokratisches Beratungsangebot sowie ihre ausgezeichnete Vernetzung mit den anderen involvierten Institutionen sind hervorzuheben. Das Grüne Bündnis begrüsst daher die Verlängerung des Projektes und den Ausbau der Dienstleistungen. Positiv hervorzuheben ist, dass der Ausbau in den Lastenausgleich aufgenommen wurde und damit vom Kanton mitgetragen wird. Das Grüne Bündnis hält es für unabdingbar, dass der pro-aktive Berner Ansatz, den die Koordinationsstelle „Häusliche Gewalt“ verfolgt, über das Jahr 2009 hinaus verankert werden kann.
