Grünes Bündnis Stadt Bern

Wed 15.10.2008

Ein Bewilligungsstopp für Strassencafés, oder der billige Wahlkampf der CVP?

Das angebliche Moratorium für Gartenwirtschaften und Strassencafés in der Stadt Bern ist eine Wahlkampferfindung der CVP. Die Stadt Bern hat 2008 allein in der Altstadt 13 neue Stassencafés bewilligt. Offenbar wurden auch zahlreiche neuen Reklame- und Verkaufsstände genehmigt. Das Grüne Bündnis ist gegen die totale Kommerzialisierung des öffentlichen Raums. Es soll auch Sitzgelegenheiten geben, wo kein Konsumzwang herrscht. Das Grüne Bündnis begrüsst ein Konzept, dass die Bewilligungspraxis definitiv regelt.

Das Grüne Bündnis ist davon überzeugt, dass Strassencafés sehr beliebt sind, zum Charme der Stadt Bern beitragen und einen Wirtschaftsfaktor darstellen. Es ist keineswegs so, dass die Gemeinderätin Regula Rytz die Aussenbestuhlung in der Altstadt unterbinden will.  Ebenso wenig hat der Gemeinderat ein generelles Moratorium für neue Strassencafés in der ganzen Stadt Bern erlassen, wie dies die eingereichte Petition behauptet. Vielmehr wurden in der Berner Altstadt allein zwischen Januar und August 2008 13 neue Strassencafés bewilligt. Damit konnte die Gesamtzahl Strassencafés im UNESCO-Perimeter von 105 im Jahr 2004 auf 126 im Jahr 2008 angehoben werden. Nicht berücksichtigt sind dabei die zusätzlichen Aussenbestuhlungen auf privatem Boden (z.B. Casinoterrasse, Progr), in Parkanlagen (z.B. kleine Schanze) und in den Aussenquartieren.

Der öffentliche Raum der Stadt Bern steht – gerade in der Innenstadt – unter steigendem Nutzungsdruck. So sorgen beispielsweise die zahlreichen mobilen Werbeständer regelmässig für enge Platzverhältnisse und entsprechende Mobilitätseinschränkungen. Das Grüne Bündnis will Strassencafés und keine Reklameständer oder falsch parkierte Autos in den Gassen. Es braucht aber auch Platz für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen, für die Veloparkierung und für das stressfreie Flanieren. Anstatt mit falschen Tatsachen Wahlkampf zu machen, sollte die CVP besser mithelfen, ein gutes Gleichgewicht der verschiedenen Bedürfnisse im öffentlichen Raum zu finden. Konstruktive Mitarbeit ist gefragt.

Kontakt: Stéphanie Penher, Co-Fraktionspräsidentin gb./JA!, 079 711 19 15

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