ewb-Tarifpolitik: Strombezüger/innen bezahlen die Zeche für verfehlte Liberalisierungspolitik – Förderung von Energieeffizienz muss rasch umgesetzt werden
Die Liberalisierung des Strommarktes führt entgegen allen Versprechungen landauf landab von Genf bis Basel für die Strombezüger/innen zu höheren Kosten. ewb überwälzt die Liberalisierungskosten von 18 Millionen für die Übertragungskosten an den nationalen Stromregulator Swiss-GRID direkt an seine Stromkund/innen. Diese zahlen damit die Zeche für die Marktöffnung. Das Grüne Bündnis hatte wiederholt vor derartigen Liberalisierungskosten gewarnt. Marktpropheten wie auch der Berner Gemeinderatskandidat Reto Nause stehen nun im Regen mit ihren leeren Wahlversprechungen: „Für tiefere Preise wird die Öffnung der Märkte, wie sie sich auf Bundesebene anbahnt, sorgen.“ (Zitat Wahlprogramm Nause).
Während ewb die gesamten Kosten je nach Bezügerkategorie zwischen 10-20 Prozent überwälzt, haben andere Stadtwerke einen besseren Weg gewählt. Das Energiewerk der Stadt Zürich ewz hat seine Tarifstruktur ertragsneutral angepasst. Das Elektrizitätswerk Biel ESB erhöht seine Tarife nur um 3-13 Prozent, da die Erhöhung nicht vollständig weitergegeben wird und plafoniert die Preise für 2 Jahre. Zudem hat Biel gleichzeitig einen Energiesparanreiz eingebaut. Bieler Haushalte, die weniger Strom als im Vorjahr verbrauchen, werden mit einer Kostengutschrift belohnt. ewb hat die Chance verpasst, sein Tarifsystem endlich so umzugestalten, dass jene belohnt werden, die sich energieeffizient verhalten und weniger Strom verbrauchen. ewb lässt jeden Innovationsgeist in Richtung sparsamen Umgang mit Energie vermissen.
Das Grüne Bündnis fordert von ewb endlich eine Tarifstruktur, welche einen effizienten Verbrauch von Energie belohnt. Entsprechende GB-Vorstösse für einen Effizienzbonus sind eingereicht. Der neu auch vom Gemeinderat geforderte Effizienzbonus bei den ewb-Tarifen muss von ewb rasch umgesetzt werden. Da die Energiepreise mit der Liberalisierung steigen, ohne dass damit erneuerbare Energien gefördert oder der Energieverbrauch optimiert wird, zeigt sich umso deutlicher, wie notwendig die soeben lancierte Energieinitiative EnergieWendeBern ist (www.energiewendebern.ch). Die Initiative sorgt dafür, dass die Strompolitik des ewb künftig stärker in Richtung Energieeffizienz und erneuerbare Energien gelenkt wird. Davon profitieren die Umwelt, das Klima und das Portemonnaie.
