Grünes Bündnis Stadt Bern

Thu 03.07.2008

Sozialbericht 2008: Das Grüne Bündnis fordert zahlbaren und attraktiven

Das Grünes Bündnis begrüsst, dass der Gemeinderat zum ersten Mal mit einem umfassenden Bericht über die soziale Lage der Bevölkerung in der Stadt Bern informiert. Handlungsbedarf sieht das GB insbesondere in den Bereichen  der
familienergänzenden Kinderbetreuung, der sozialen Wohnbaupolitik und der Armutsprävention bei Familien mit Kindern durch existenzsichernde Löhne in der Wirtschaft.

Es ist bedauerlich, dass nach wie vor Familien mit Kinder aus der Stadt wegziehen. Es wichtig, dass die Stadt in der Wohnbaupolitik sich  für die Familien mit niedrigem Einkommen einsetzt, indem sie bezahlbare Wohnungen fördert. Vordringlich ist dabei auch der Ausbau von familienergänzender Kinderbetreuung (Umsetzung der KITA-Motion des Grünen Bündnis aus dem Jahr 1990).

Es ist keine neue Erkenntnis, dass der Anteil der Sozialhilfebeziehenden im Stadtteil VI Bern-West am höchsten ist. Dies muss zu konkreten Massnahmen führen. Zentral ist dabei eine aktive soziale Wohnpolitik, welche in der ganzen Stadt Wohnraum für Familien mit niedrigem Einkommen schafft.

Erschreckend ist das Sozialhilferisiko, insbesonders die Armut von Kinder. Neben einer guten Sozialhilfe, besseren Familienzulagen, Hilfen für Alleinerziehende ist auch die Wirtschaft gefordert, existenzsichernde Löhne zu bezahlen.
Dies ist besonders für MigrantInnen relevant, die - obwohl ihre Erwerbsquote höher ist - zwei Mal mehr dem Sozialhilferisiko ausgesetzt sind als SchweizerInnen. Auch in Bern beschäftigen  ArbeitgeberInnen in MigrantInnen zu Hungerlöhnen und produzieren „Working poor“, welche die Stadt unterstützen muss. Auch hier muss die Wirtschaft ihre soziale Verantwortung stärker wahrnehmen.

Handlungsbedarf besteht weiterhin im Bereich Lehrstellen für Jugendliche. Die Schulsozialarbeit und insbesondere die Jugendgassenarbeit sollen gestärkt werden. Eine zweite Anlaufstelle für Drogenkonsumierende ist unabdingbar.

 

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