Integrative Schule fördert Chancengleichheit
Das Grüne Bündnis befürwortet den Paradigmenwechsel, welchen das kantonale Volkschulgesetz mit dem Integrationsartikel (Art. 17 VSG) macht und begrüsst grundsätzlich die vorgeschlagene Umsetzung für das städtische Schulreglement.
Das Grüne Bündnis begrüsst es, dass SchülerInnen, die besonderer Massnahmen bedürfen, in die ordentlichen Bildungsgänge integriert werden. Das GB unterstützt den Grundsatz, dass diese SchülerInnen in der Regel die Regelklasse besuchen und nur wenn sie in Regelklassen nicht angemessen geschult werden, ganz oder teilweise besondere Klassen besuchen. Das GB unterstützt, dass diese besonderen Klassen, wenn sie nötig werden, in die einzelnen Schulkreise eingegliedert werden. Der Umgang mit SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen wird dadurch möglichst weitgehend in die "normalen" Abläufe der Volkschule eingegliedert und ihre Integration dadurch wesentlich gestärkt. Bei den zwei vorgeschlagenen Modellen "Umsetzung mit Führung besonderer Klassen (BK)" oder "Umsetzung mit integrativen Förderformen (ohne BK)“, favorisiert das Grüne Bündnis klar das zweite, integrativere Modell.
Tagesschulangebote mit pädagogischem Charakter - dank qualifiziertem Personal
Das GB begrüsst es, dass die stadteigenen Bestimmungen zum Tagesschulangebot neu in das Schulreglement aufgenommen werden und dadurch der pädagogische Charakter des Tagesschulangebots verdeutlicht wird. Die kantonale Regelung, dass ein Tagesschulangebot bei einer verbindlichen Anfrage von 10 SchülerInnen geführt werden soll, soll in der Stadt Bern auf die Schulstandorte bezogen werden. Wir begrüssen auch, dass ein solches Angebot bereits bei einer verbindlichen Nachfrage von 6 SchülerInnen geführt wird, fordern hier aber gegenüber der vorgeschlagenen "kann"-Formulierung eine "muss"-Formel. Nachdem sich das Grüne Bündnis in der Budgetdebatte vom Herbst 2008 noch vergeblich gegen Sparmassnahmen in der Tagesschule und vorzeitige Schliessungszeiten gewehrt hat, begrüsst es das GB, dass die Öffnungszeiten bei den Tagesschulen neu auf 18 Uhr festgelegt werden.
Beim betreuenden Personal sollen mindestens 50% über eine pädagogische oder sozialpädagogische Ausbildung verfügen, damit der pädagogische Anspruch erfüllt wird. Das GB verlangt, dass die Beschränkung des Anteils pädagogisch ausgebildeter Betreuungspersonen gegen oben gestrichen wird. Konkret soll der Passus "in der Regel aber zu höchstens 70%" gestrichen werden.
Im Weiteren unterstützt das Grüne Bündnis die vorgesehenen Änderungen betreffend Schwimmunterricht für alle Kinder und Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau bei den Schulleitungen. Das GB begrüsst die Einführung einer Präferenzregel zur Verbesserung der Vertretung beider Geschlechter in den Schulleitungen und Tagesschulleitungen: "Bei gleichwertiger Qualifikation wird das Geschlecht bevorzugt, das untervertreten ist." Eine entsprechende Regelung kommt zum Beispiel auch an der Universität Bern bei der Ernennung neuer ProfessorInnen zum Tragen.
