Mahnmal einer anachronistischen Verkehrspolitik
Nach jahrzehntelanger Planungszeit wird am Sonntag der Neufeldtunnel der Autofahrenden Öffentlichkeit übergeben. Der solitäre Betonklotz auf dem freien Viererfeld – der Notausgang – steht als irritierendes Mahnmal einer überholten und veralteten Verkehrspolitik. Das Grüne Bündnis ist nach wie vor überzeugt, dass die Kosten des Tunnels und die verkehrspolitische Zeichensetzung in keinem Verhältnis stehen zum Nutzen für die Stadt und die Länggasse. Wir haben grosse Hoffnungen, dass die Mittelstrasse noch begrünt wird und ein einladender Aufenthaltsort für die Quartierbevölkerung entsteht. Es wird sich noch zeigen müssen, ob das Etikett Läbigi Länggass hält was es verspricht. Weiter befindet sich der Ausgang des Tunnels in der Aaretalschutzzone. Diese massive Narbe im Stadtbild wurde in der politischen Diskussion bisher nicht kommentiert. Zudem bleibt die gefährliche Kreuzungssituation auf dem Henkerbrünnli (Velofahrende fahren entlang der Neubrückstrasse in die Länggasse, Autofahrende biegen nach rechts in die Tiefenaustrasse) gravierend, auch diesem Problem wurde durch den Kanton zuwenig Beachtung geschenkt. Deshalb setzt sich das Grüne Bündnis auch für die Fuss- und Radwegbrücke Breitenrain Länggasse ein.
Um diesem anachronistischen Bauwerk ein gebührendes Mahnmal zu setzen, verhüllt das Grüne Bündnis am Freitag, 14. August um 12.00 Uhr den Betonklotz auf dem Viererfeld in schwarz. Sie sind herzlich zu dieser Aktion eingeladen.
