Grünes Bündnis Stadt Bern

Fri 01.05.2009

Medienkonferenz 1. Mai 2009: Ein Ja für den PROGR in der Abstimmung vom 17. Mai 2009

Kulturpolitik und Stadtentwicklung sprechen klar für ein Ja zur Künstlerinitiative pro PROGR

 

Christine Michel, GB-Stadträtin

 

Die Initiative der pro PROGR-Künstler hat in breiten Kreisen eine kulturpolitische Debatte ausgelöst. Dabei geht es um Fragen wie: Unter welchen Bedingungen entsteht heute Kunst? Wo sollen diese Aktivitäten stattfinden, am Rand unserer Stadt oder im Zentrum? Welches sind optimale Bedingungen für Kreativität? Ausgelöst durch Überlegungen zur Zukunft des ehemaligen Progymnasiums werden kulturpolitische Fragen mit Fragen der Stadtentwicklung verknüpft. Wie wollen wir unsere Innenstadt gestalten und nutzen? Als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt können wir mitreden, was mit diesem markanten Gebäude in unserer Stadt passiert. Stimmt das Volk der Variante Künstlerinitiative pro PROGR zu, so wird im Baurechtsvertrag die öffentliche und kulturelle Nutzung dieses Gebäudes an zentraler Lage verankert.

Gleichzeitig mit der Debatte über die Zukunft des Progr findet eine Politisierung der Kunstszene statt. Künstler und Künstlerinnen erarbeiten gemeinsam ein attraktives Projekt zur Weiterführung des Kulturzentrums, welches breite Unterstützung findet. Insbesondere können auch die notwendigen finanziellen Mittel beschafft werden. Konzept und Finanzierung stehen auf einer soliden Basis. Für das Grüne Bündnis stehen die kultur- und gesellschaftspolitische Debatte, aber auch die demokratische Wahl zwischen zwei Projekten im Vordergrund. Diese ist produktiver als die Diskussion über Spitzfindigkeiten oder eine verwaltungsrechtliche Beschwerde.

Das Grüne Bündnis setzt sich dafür ein, dass neben der Unterstützung der fünf grossen Kulturinstitutionen in der Stadt Bern die Förderung des zeitgenössischen Kulturschaffens nicht zu kurz kommt. An der Entwicklung des PROGR hat sich deutlich gezeigt, dass das Zurverfügungstellen von relativ günstigem Raum an einem Ort, der Interaktion und Synergien ermöglicht, sehr viel in Bewegung bringen kann. Der PROGR ist nun zu einer namhaften Kunststätte mit internationaler Ausstrahlung herangewachsen. Die Speichergasse wurde von einem Unort, den man möglichst schnell durchquerte, zu einem Ort, den man gerne besucht. Mit ihrem Mut, ein eigenes Kaufangebot zu unterbreiten, als sie vom tiefen Kaufpreis erfahren hatten, haben sich die PROGR-Künstler auch die Unterstützung namhafter Mäzene wie jener von Herrn Hansjörg Wyss gesichert. Die Achse PROGR-Kunstmuseum mit dem Anbau für Gegenwartskunst hat das Potenzial, die ganze Gegend Bollwerk/Schützenmatte/Hodlerstrasse zu einer lebendigen Kunstmeile aufzuwerten. Dieses Potenzial weist das Projekt „Doppelpunkt“ nicht auf, welches mehr vom bereits Vorhandenen bietet: Arzt- und Gesundheitspraxen gibt es beim Bollwerk bereits in Hülle und Fülle. Mit dem Slogan „Kultur, Bildung und Gesundheit“ für das Projekt Doppelpunkt zu werben, ist Augenwischerei. Wird es realisiert, würden zwar noch Konzerte veranstaltet, das Zentrum für Kulturproduktion würde jedoch verschwinden.

Das Stimmvolk hat nun die Gelegenheit, mit der Unterstützung der Künstlerinitiative pro PROGR unter den Gesichtspunkten der Kulturpolitik und der Stadtentwicklung einen Meilenstein zu setzen.

 

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