Ozonalarm: Stadt Bern muss unverzüglich handeln
Das Grüne Bündnis Bern verlangt vom Gemeinderat Reto Nause im Interesse der Gesundheit der Bernischen Bevölkerung sofort Massnahmen zur Bekämpfung des Sommersmogs zu ergreifen. Die Situation in den warmen Monaten des Jahres ist unhaltbar: Gesetzliche Grenzwerte werden permanent überschritten. Es braucht griffige Massnahmen, damit Bernerinnen und Berner den Sommer ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen in vollen Zügen geniessen können.
Gemäss Ozonticker der Stadt Bern hat die seit einigen Tagen andauernde Schönwetterperiode mit hohen Temperaturen dazu geführt, dass die Ozonwerte deutlich angestiegen sind. Bis zum 18.8.09 wurden 76 Überschreitungen des Grenzwertes für Stundenmittel registriert. Obwohl die Luftreinhalteverordnung (LRV) jährlich nur eine einzige (!) Überschreitung des Stundenmittelwerts von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter akzeptiert, wird dieser Grenzwert in diesem Monat mehrfach überschritten, und zwar in der Regel ab der Mittagszeit bis zum Sonnenuntergang.
Die Freude an der warmen Jahreszeit ist getrübt, und zwar mit ernsthaften Folgen für die Gesundheit. Laut Schätzungen der Eidg. Kommission für Lufthygiene (EKL) führte die übermässige Ozonexposition im Sommer 2003 zu 150 bis 300 frühzeitigen Todesfällen in der Schweiz! Ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die Umwelt: Ozon schwächt die Bäume, schädigt die landwirtschaftlichen Kulturen und führt somit zu Ertragseinbussen. Die derzeitige Belastung durch Ozon liegt im Streubereich der Jahre 2000 bis 2008. Es hat also keine Verbesserungen gegeben.
Empfindliche Menschen wie Kinder und anfällige Erwachsene reagieren mit Reizungen der Schleimhaut in der Nase, dem Hals und den Augen. Sie verspüren einen Druck auf der Brust und die Leistungsfähigkeit ihrer Lungen nimmt ab. Ozonempfindlichen Menschen wird während der warmen Jahreszeit empfohlen, tagsüber körperliche Anstrengung zu vermeiden. Demnach sollten Kinder nachmittags nicht in die Badi gehen oder sich dort nicht austoben dürfen, weil dies eine körperliche Anstrengung ist.
Damit diese unhaltbare Situation endlich aufhört, fordert das Grüne Bündnis von Gemeinderat Reto Nause, die rasche Umsetzung folgender Massnahmen:
· Vorübergehende generelle Einführung von Tempo 30 auf allen Gemeindestrassen der Stadt Bern.
· Die Durchführung von 4 autofreien Tagen.
· Vorübergehende generelle Einführung von Rayonfahrverboten rund um alle Schulhäuser der Stadt.
· Ein sofortiges Verbot von Autofahrten für Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter und 2-Takt-Motorfahrzeuge.
· Dem Parlament endlich den städtischen Aktionsplan zur Reduktion der Feinstaub- und Ozonbelastung vorzulegen. (Am 19. März 2009 hat der Stadtrat mit 47 Ja, 15 Nein und bei 1 Enthaltung das Postulat Fraktion GB/JA! (Stéphanie Penher, Urs Frieden, GB): Aktionsplan für die Stadt Bern zur Reduktion der Feinstaub- und Ozonbelastung überwiesen.)
