Grünes Bündnis Stadt Bern

Tue 19.05.2009

Schulreglement: für eine integrative Schule – gegen selektive Schulmodelle

Das Grüne Bündnis ist höchst erstaunt über den Rückweisungsantrag der Stadtratskommission SBK zum Schulreglement, welcher verschiedenste Elemente enthält und nicht aufzeigt, wohin die Reise gehen soll. Das Grüne Bündnis wehrt sich insbesondere gegen ein einziges Oberstufenmodell und gegen Rückschritte bei der Integration.

 

Das Grüne Bündnis unterstützt integrative Schulmodelle und ist befremdet, dass sich die Mehrheit der stadträtlichen Kommission für Soziales, Bildung und Kultur mit ihrer Rückweisung des Schulreglements für die Einführung eines einzigen Schulmodells ausspricht. Heute liegt die Kompetenz für die Wahl des Oberstufenmodells bei den einzelnen Schulkommissionen. Bisher galt in der Stadt, dass die Schulkommissionen aus drei kantonalen durchlässigen Modellen auswählen konnten (Manuell, Spiegel und Twann). Dies ermöglichte, dass auch das integrativste Modell, das sogenannte Twanner Modell gewählt werden konnte, bei welchem Real- und SekundarschülerInnen gemeinsam in einer Klasse unterrichtet werden. Diese sogenannte innere Differenzierung ist die logischste Fortsetzung der kantonal beschlossenen Integration von Kindern aus Kleinklassen in die Regelklassen. Für eine gute Umsetzung der Integration muss darum der Spielraum bei der Modellwahl auf der Oberstufe erhalten bleiben, damit in Zukunft auch auf der Oberstufe tatsächlich integriert werden kann. Ansonsten kommen alle Kinder mit besonderen Bedürfnissen in die Realklassen, was die bereits heute sehr schwierige Situation in den Realklassen massiv verschärfen würde. Darum ist für das Grüne Bündnis eine Reduktion auf ein Oberstufenmodell eine unnötig Selbstbeschränkung, welche keine Probleme löst, sondern neue schafft. Die Stadt Bern verliert dadurch bildungspolitischen Gestaltungsspielraum ohne etwas zu gewinnen. Mit der Einschränkung auf ein einziges Modell würden integrative Schulmodelle wie das Twanner Modell in der Lorraineschule wohl verunmöglicht, da dieses zukunftsweisende Modell in der Minderheit ist (nur an 2 Schulen: Stapfenacker und Lorraine). Um das zur Zeit umstrittene integrative Oberstufenmodell in der Lorraine zu erhalten, läuft momentan eine breit abgestützte Petition "Twanner Modell erhalten - Oberstufe Lorraine bleibt". Zudem fordert das GB in einer Motion, dass der Erhalt des Modells Twann zwingend zu gewährleisten ist und die Stadt integrative Oberstufenmodelle fördern soll.

 

Bei der Umsetzung des Integrationsartikels begrüsst es das Grüne Bündnis, dass SchülerInnen, die besonderer Massnahmen bedürfen, in die ordentlichen Bildungsgänge integriert werden. Das GB unterstützt den Grundsatz, dass diese SchülerInnen im Normalfall die Regelklasse besuchen und mittels besonderer Massnahmen gefördert werden. Der Kanton schlägt den Gemeinden zwei Modelle zur Umsetzung des Integrationsartikels vor: ein Modell 1 mit der Führung besonderer Klassen und ein Modell 2 „Umsetzung mit integrativen Förderformen“ vor. Das GB spricht sich klar für das zweite Modell aus. Nur wenn SchülerInnen in Regelklassen nicht angemessen geschult werden können, sollen sie teilweise besondere Klassen besuchen.

Das Grüne Bündnis lehnt die Rückweisung des Schulreglements ab und setzt sich für Verbesserungen in Richtung integrative Schule ein.

 

Drucken