Grünes Bündnis Stadt Bern

Tue 19.01.2010

Chancen nutzen: gemeinnützigen Wohnungsbau in Bern stärken

Das Grüne Bündnis macht Vorschläge, wie in der Stadt Bern mit gemeinnützigem Wohnungsbau preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden kann. Wohnungen von gemeinnützigen Wohnbauträgern sind rund 20 Prozent billiger als im freien Wohnungsmarkt. Sie bieten Wohnraum für Personen und insbesondere auch Familien mit „normalem“ Budget, leisten einen Beitrag für eine gute soziale Durchmischung und innovative Wohnformen. Auch beim Thema Energieeffizienz haben gemeinnützige Bauträger die Nase vorn.

 

Der Wohnraum in der Stadt Bern ist - trotz Erfolgen in der Wohnbautätigkeit - weiterhin knapp. Von 74'277 Wohnungen standen 2009 nur 443 leer, was einer Leerwohnungs-ziffer von 0,60% entspricht und auf Wohnungsnot hindeutet (Statistikdienste, August 2009, Stadt Bern). Mehr Menschen möchten in der Stadt Bern wohnen, als es (bezahlbare) Wohnungen hat. Immer mehr auch sogenannt „Normalverdienende“ suchen vergeblich oder mit grosser Mühe bezahlbaren Wohnraum. Betroffen sind insbesondere Familien und andere Mehrpersonenhaushalte. Eine effiziente Massnahme für mehr preisgünstigen Wohnraum, ist die Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Ein neues Gutachten im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen BWO („Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus“, Schweizerische Vereinigung für Landesplanung, VLP-ASPAN, Raum & Umwelt; Januar Nr. 1/10) zeigt auf, wie der gemeinnützige Wohnungsbau mit raumplanerischen Mitteln in der Gemeinde gezielt gefördert werden kann:

- Festlegung von Wohnanteilen für den gemeinnützigen Wohnungsbau in der kommunalen Bau- und Zonenordnung. In der Stadt Zug wurde eine entsprechende Regelung beschlossen.

- Bei Neueinzonungen wird ein bestimmter Anteil an künftigem Bauland für den gemeinnützigen Wohnungsbau reserviert.

- Bei der Mehrwertabschöpfung wird ein Teil der Erträge für den gemeinnützigen Wohnungsbau verwendet.

Zudem soll das Modell der Stadt München für „sozial gebundene Baugrundstücke“ für Bern geprüft werden. Die Stadt München kennt ein innovatives System für die Förderung von preiswertem Wohnraum im Stadtgebiet. Dank dem neuen kantonalen Gesetz über die Förderung des preisgünstigen Mietwohnungsangebotes, kann der Kanton gemeinnützige Wohnbauträger und ihre Fachorganisationen unterstützen.

 

In der Stadt Bern stehen diverse wichtige Planungen an, wo die Stadt, bzw. stadteigene Betriebe involviert sind: u.a. Warmbächliweg (alte KVA), Tramdepot Ostring, Viererfeld (hintere Länggasse). Das Grüne Bündnis fordert, dass hier zwingend auch bezahlbarer Wohnraum für „Normalverdienende“ geschaffen wird. Damit soll die soziale Durchmischung gefördert werden. Zudem muss im Energiebereich Innovation und Energieeffizienz zum Standard gehören.

 

Mit einem Vorstosspaket fordert das Grüne Bündnis am 21.1.2010 im Berner Stadtrat konkrete Massnahmen. Denn mehr bezahlbarer Wohnraum in der Stadt ist sozialpolitisch wichtig und ist ein ökologischer Beitrag gegen die zunehmende Zersiedelung.

Links zu den Vorstössen:

1.    Gemeinnützigen Wohnungsbau stärken (1): Raumplanerische Instrumente nutzen - Bau- und Zonenordnung anpassen
2.    Gemeinnützigen Wohnungsbau stärken (2):Mehrwertabschöpfung für Wohnungsbau nutzen
3.    Gemeinnützigen Wohnungsbau stärken (3): Münchner Modell für„sozial gebundene Baugrundstücke“ prüfen

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