Grünes Bündnis Stadt Bern

Thu 01.06.2006

“Aktionsplan Gleichstellung“ für die Stadt Bern

Interfraktionelles Postulat: Grünes Bündnis/Junge Alternative (Natalie Imboden/Anne Wegmüller), SP/JUSO (Ursula Marti/Patrizia Mordini); GFL/EVP (Barbara Streit)


Seit 1996 hat die Stadt Bern sowohl eine Fachstelle für die Gleichstellung wie auch ein Personalentwicklungs- und Gleichstellungskonzept (PGK). Die Stadt Bern hat für die Förderung der Gleichstellung in den letzten 10 Jahren wichtige Arbeit geleistet. Gemäss ihrem Auftrag hat die Gleichstellungsstelle sowohl innerhalb der Stadtverwaltung, wie aber auch extern, teils zusammen mit Partnerorganisationen Gleichstellungsarbeit geleistet. Innerhalb der Stadtverwaltung standen Gleichstellungsaufgaben als Arbeitgeberin im Zentrum (u.a. Frauenförderung im Kader, Prävention vor sexueller Belästigung). Andere Projekte leisten eine Beitrag für eine gleichstellungsgerechtere Stadt Bern, indem sie konkrete Projekte in Bereichen wie Planung/Sicherheit im öffentlichen Raum oder bei der Berufswahl in den Schulen umsetzten oder wie das innovative Projekt „Halt Gewalt“ gegen häusliche Gewalt wichtige Pionierarbeit leisteten.
Damit folgt die Stadt Bern dem Grundsatz, dass die Gleichstellung von Frau und Mann eine Querschnittsaufgabe ist, die über alle Direktionen und öffentlichen Aufgaben hinweg integriert werden soll. Dabei hat die Fachstelle für die Gleichstellung als Kompetenzzentrum eine wichtige Aufgabe für die Lancierung und Umsetzung von Projekten, aber auch als fachkompetente Koordinations- und Informationsdrehscheibe. Für die Realisierung der tatsächlichen Gleichstellung in der Stadt Bern sind aber nicht nur die Gleichstellungsstelle, sondern alle Direktionen und Dienststellen und auch die Kooperation mit weiteren Kreisen gefordert.
Die Broschüre „facts & figures“, die zum 10-jährigen- Jubiläum der Fachstelle für Gleichstellung erschienen ist, zeigt den Stand der Gleichstellung oder auch der Ungleichstellung von Frauen und Männern in Bern im zeitlichen Vergleich in den Bereichen Bildung, Erwerbstätigkeit, Familie, Freizeit/Mobilität und Politik/Verwaltung. Die Statistiken zeigen neue Brennpunkte wie z.B. die schwierige Situation junger Migrantinnen beim Berufseinstieg, die weiterhin stereotype Berufswahl oder sich ändernde Alterstrukturen (Zunahme an Seniorinnen).  Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen verändern sich auch die Interventionsbereiche für die Gleichstellungspolitik, so auch der stärkere Einbezug der Männer. Gleichzeitig sind verschiedene Themen konstant von Bedeutung (Kinderbetreuungsplätze, sexuelle Belästigung, Planung / öffent. Raum, Mädchenarbeit, etc.)
Da das  Personalentwicklungs- und Gleichstellungskonzept (PGK) - welches nur die verwaltungsinterne Gleichstellung umfasst - spätestens ab Ende 2007 überarbeitet werden soll, macht es Sinn eine generelle Strategie für die Umsetzung der Gleichstellung in der Stadt Bern innerhalb und ausserhalb der Stadtverwaltung zu erarbeiten. Dabei soll ein direktionenübergreifender Ansatz gewählt werden. Ziel ist ein verbindlicher Aktionsplan Gleichstellung für die Stadt Bern, welcher die Schwerpunkte und Strategien für die Gleichstellungsarbeit der Stadt Bern der nächsten Jahre definiert.

Der Gemeinderat wird zur Prüfung folgender Anliegen gebeten.

1. Die Stadt Bern erarbeitet einen Aktionsplan Gleichstellung, der die Strategien, aber auch die Schwerpunkte und konkreten Handlungsfelder der Gleichstellungsarbeit der Stadt Bern für die nächsten Jahre formuliert.
2. Der Aktionsplan umfasst auch griffige Umsetzungs- und Controllinginstrumente.
3. Für die Arbeiten sind sowohl die Direktionen, wie die Fachstelle für die Gleichstellung beizuziehen. Der Beizug weiterer ExpertInnen und weiterer GleichstellungsakteurInnen ist zu prüfen. Für die Arbeiten sind die nötigen Ressourcen (finanziell und personell) zur Verfügung zu stellen.
4. Die Erarbeitung des Aktionsplans ist mit der Überarbeitung des Personalentwicklungs- und Gleichstellungskonzept (PGK) zu koordinieren.

1. Juni 2006

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