Energieeffizientere Strassenbeleuchtung in Bern!
Postulat Fraktion GB/JA!
In der Stadt Bern ist der Stromverbrauch für die Beleuchtung von
öffentlichen Strassen und Plätzen in den letzten Jahren
kontinuierlich gestiegen, sowohl für das Stadtgebiet, aber auch pro
Meter:
Energieverbrauch pro Meter beleuchtete Strasse und Jahr. Total
Stadt Bern
2003: 25.8
kWh 8950456 kWh
2004: 26.2
kWh 9151745 kWh
2005: 28.15
kWh 9183'031 kWh
(Quelle: Jahresbericht 2005, S. 445; Produkt Stadtbeleuchtung, P
510510)
Die Stadt Bern schneidet in einer neuen Studie des WWF[1] schlecht
ab und gehört zu den Stromverschwendern. Bern ist von 22 erfassten
Kantonshauptstädten auf dem 17. Rang und damit auch schlechter als
andere vergleichbar grosse Städte (wie z.B. Basel). Am effizientesten
funktioniert die Beleuchtung in St. Gallen. Dort genügen 8
Megawattstunden (MWh), um einen Kilometer Strasse ein Jahr lang zu
beleuchten. Das Schlusslicht bildet Freiburg, das pro
Strassenkilometer und Jahr 45 MWh Strom verbraucht. Zum Vergleich:
die Schweizerische Agentur für Energieeffizient SAFE gibt als
akzeptablen Höchstwert 12 MWh pro Kilometer und Jahr an. Der Zielwert
auf europäischer Ebene des Labels „European Energy Award“ EEA beträgt
gar nur 5 MWh.
Mit einer effizienten Strassenbeleuchtung liesse sich der
Stromverbrauch laut Studie um durchschnittlich 50 Prozent senken –
ohne Komfort- oder Sicherheitseinbusse. Gemäss einer Hochrechnung des
WWF könnten die Steuerzahlerinnen so jährlich rund 80 Millionen
Franken sparen. Und das Klima würde um 60'000 Tonnen C02 entlastet.
Gemäss der WWF-Studie beträgt das Sparpotential der Stadt Bern
781'215 Fr. pro Jahr.[2]
Eine effizientere Strassenbeleuchtung könnte Bern erreichen, indem
die heute – gemäss Studie – verbreiteten Quecksilber- durch
effiziente Natriumdampflampen ersetzt werden; eine Investition, die
sich laut Expertinnen schon nach drei bis fünf Jahren auszahlt. Zudem
kann auch der Einsatz elektronischer Vorschaltgeräte, die den
Stromverbrauch reduzieren, die Lichtausbeute erhöhen und die
Lebensdauer der Lampen verlängern. Sie sind bisher nur an wenigen
Orten im Einsatz.
Der Gemeinderat wird aufgefordert zu prüfen, inwiefern die
Strassenbeleuchtung – die im Auftrag der Stadt von Energie Wasser
Bern erbracht wird – energietechnisch verbessert werden kann, ohne
die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gefährden:
1. Zu prüfen, wie Bern sich im Schweizerischen Vergleich
energieeffizienter verhalten und den empfohlenen Richtwert von 12
MWh/km der SAFE erreichen kann.
2. Zu prüfen, wie der Ersatz der heutigen dominanten
Quecksilberdampflampen durch effizientere Natriumdampflampen erfolgen
kann und welche Investitionen dafür notwendig sind?
3. Zu prüfen, welche weiteren Massnahmen zur Strom-Reduktion
ergriffen werden (u.a. Einsatz elektronischer Vorschaftgeräte EVG)?
4. Zu prüfen, inwiefern für den Ersatz der Lampen Beiträge aus
dem Ökofonds möglich sind?
5. Zu prüfen, welchen langfristigen Spareffekt eine effizientere
Beleuchtung hat?
6. Zu prüfen, mit welchen Steuerungsvorgaben zur Steigerung der
Energieeffizienz im Produktegruppenbudget 2007 beigetragen wird.
