Grünes Bündnis Stadt Bern

Thu 06.04.2006

Passivhäuser: Förderung der Energieeffizienz in der Stadt Bern

Postulat GB/JA! (Natalie Imboden, Karin Gasser)

Das Passivhaus ist ein Haus der energiesparenden Bauweise, ohne herkömmliche Heizung. Das Besondere am Passivhaus ist eine Verringerung des Wärmebedarfs durch höchste Qualität der Gebäudehülle, in Kombination mit einer hoch effizienten Wärmerückgewinnung durch eine leistungsstarke Komfortlüftung. Dabei reichen die "kostenlosen" Energiebeiträge (Strahlungsenergie der Sonne, Eigenwärme der Personen, Wärmeabgabe von Räumen und Geräten im Haus) soweit aus, dass der verbleibende Heizwärmebedarf durch eine geringfügige Nacherwärmung ausreichend gedeckt werden kann. Neben höchster Qualität und Sorgfalt beim Bau werden folgende Kriterien für ein Passivhaus erfüllt:

- Optimale Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen (Grosse Fenster nach Süden, kleine Fenster nach Norden etc.)

- Effiziente Wärmedämmung (Superdämmung mit niedrigem Wärmedurchgang)

- Spezielle Dreifachverglasung der Fenster (dadurch passive solare Wärmegewinnung, selbst im Winter)

- Automatische Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung (generiert etwa 90 % der Wärme aus verbrauchter Luft zurück)

- Verzicht auf eine herkömmliche Heizung (Ausgleich des geringen Restbedarfs an Heizwärme)

Die Erfahrung mit Passivhäusern beweist deutlich, dass es auch in unseren Klimazonen möglich ist, Häuser mit sehr geringem Heizwärmebedarf zu bauen. Passivhäuser sind mit ihrem deutlich geringerem Heizwärmebedarf sehr umweltfreundlich und leisten einen konkreten Beitrag zur Reduktion des schädlichen CO2 - Ausstosses.
Das erste Passivhaus entstand 1991 in Darmstadt/D. In Englisberg auf dem Längenberg ist auf dem Land - welches die Stadt Bern jüngst verkauft hat - eine Siedlung mit 15 Passivhäusern geplant (BZ, 28.1.2006). Seit dem 1.1.2006 fördert der Kanton Neu- und Umbauten mit besserer Energieeffizienz auch finanziell: Weisung der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  "Förderung der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien; Beiträge ab 1.1.2006" (1).


Der Gemeinderat wird gebeten zu prüfen,
1. Dass bei Neubauten der Stadt (u.a. auch STABE, Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik) die Option Passivhäuser oder MINERGIE-P geprüft und falls möglich realisiert werden kann.
2. Wie das geplante neue städtische Verwaltungsgebäude (Stichwort Stadthaus) als Passivhaus realisiert werden kann.
3. Welche Möglichkeiten die Stadt hat, - u.a. über Wettbewerbe, Planungen, Ausschreibungen - private BauherrInnen zu motivieren energiesparender zu bauen (u.a. durch gezielte Informationspolitik, Sensibilisierungs-massnahmen, Anreize für Passivhäuser / MINERGIE-P, etc.)

 

(1) Gemäss Förderkriterien sind Passivhäuser weitgehend identisch mit dem Standard MINERGIE-P und werden mit 20'000.- pauschal, bzw. ab 250 m2 mit Fr. 80.-/m2. unterstützt. http://www.bve.be.ch/site/index/aue/bve_aue_energieundbauen/bve_aue_eub_foerderbeitraege.htm

 

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