Grünes Bündnis Stadt Bern

Thu 16.08.2007

Autofreie Visitenkarte am Bahnhofplatz Bern: Szenarien prüfen!

Postulat Fraktion GB/JA! (Natalie Imboden/Stéphanie Penher)

(Link zur Medienmitteilung vom 14. August 2007)
(Link zur Medienmitteilung vom 30. August 2007)

Der Bahnhofplatz Bern ist eine zentrale Drehscheibe für die Verknüpfung von Fern- und Regionalverkehr mit den städtischen Verkehrmitteln. Rund 150'000 Fussgängerinnen und Fussgänger überqueren den Bahnhofplatz, aber auch unzählige VelofahrerInnen und Autos.
Die früher täglich rund 26'000 Motorfahrzeuge, die den Bahnhofsplatz ebenfalls querten, sind seit dem Umbau des Bahnhofsplatzes nicht mehr sichtbar. Dank den Verkehrszählungen, welche die Stadt macht, wird in Bälde darüber Zahlenmaterial und mehr Informationen vorhanden sein, ob und wo es allenfalls zu Umwegverkehr gekommen ist (z.B. allfällige Verdrängungseffekte in die Quartiere) oder ob die Verkehrsmenge abgenommen und gar ein Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr stattgefunden hat.
Bereits mit den „Kurzfristigen Übergangslösungen, KÜL“, die 1997 beschlossen wurden, konnte der tägliche Durchgangsverkehr von 33'000 auf 26'000 Fahrzeugen vermindert werden. Reduktionen des motorisierten Individualverkehrs durch das Stadtzentrum scheinen möglich. Ein autofreier Bahnhofsplatz, der hauptsächlich den FussgängerInnen, VelofahrerInnen und den Nutzenden des öffentlichen Verkehrs zur Verfügung steht, ist eine Chance für die Stadt Bern. Viele Gründe sprechen dafür: touristische, denn für BesucherInnen von Bern wäre die erste Visitenkarte am Bahnhof noch attraktiver. Zudem Verbesserungen für die Bahn-, Tram- und BusbenutzerInnen, die ungehindert zu ihren Transportmitteln kommen und nicht zuletzt für die gesamte Berner Bevölkerung, die nach dem Bundesplatz einen weiteren zentralen Stadtplatz erhält, der zum Flanieren und Promenieren einlädt und als Stadtplatz vielfältig genutzt werden kann.

Der Umbau des Bahnhofplatz bringt umfangreiche Aufwertungen und Verbesserungen, auf die sich die BernerInnen freuen können. Wir bitten den Gemeinderat im Hinblick auf die Zukunft und unter Berücksichtigung der Verkehrsmessungen folgende Anliegen zu prüfen:

1. Erarbeiten von Szenarien, wie der Bahnhofplatz ohne, bzw. mit weniger motorisierter Individualverkehr organisiert werden kann, ohne dass dafür unterirdische Kapazitäten (Schanzentunnel) geschaffen werden. Die Durchfahrt von Taxis, öffentlichem Verkehr, Rettungsfahrzeugen und Langsamverkehr ist weiterhin gewährleistet.
2. Bei den Szenarien sind sowohl die Reduktion der Verkehrsmenge des MIV, wie auch der Verkehrsgeschwindigkeiten zu prüfen (z.B. Tempo 30, Begegnungszone mit Tempo 20).
3. Bei den Szenarien ist zu berücksichtigen, dass Wohnquartiere nicht durch Ausweichverkehr belastet werden.
4. Die Szenarien sollten möglichst kostengünstig sein.
5. Einbezug der betroffenen Kreise (u.a. Verkehrsverbände, Innenstadt-Organisationen, Quartierorganisationen angrenzende Wohnquartiere).
6. Für die „autofreie“ Nutzung des Bahnhofplatzes als neuer öffentlicher Raum sind ebenfalls Ideen zu entwickeln.

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