Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit muss in jedem Fall vorangetrieben werden: Projekt Job Start - Was nun?
Interpellation Fraktion Grünes Bündnis / JA! (Cristina Anliker)
Im Dezember 2004 beschloss der Gemeinderat, der kontinuierlich ansteigenden Jugendarbeitslosigkeit mit der Gründung einer Firma mit Arbeits- und Ausbildungsplätzen, nach dem Vorbild der erfolgreichen Job Factory in Basel, entgegenzutreten (siehe dringliche Interpellation Andreas Flückiger/SP zum Thema „zu wenig Büez in Bern West“).
Bei der Gründung der Firma Job Start Ende 2005 war von 43 Arbeits- und Ausbildungsplätzen die Rede. Geplant waren Vermittlungen in vier Geschäftsfeldern: Büroarbeiten, Facility Management, Karbonverarbeitung und das Führen einer Kantine. Für das Jahr 2007 war bereits ein Ausbau auf 64 Stellen geplant. Die Firma hätte, im Gegensatz zum Basler Modell, welches erst nach rund sechs Jahren selbsttragend wurde, schon nach drei Jahren erste Gewinne erwirtschaften sollen. Das primäre iel des Projektes lag darin, den arbeitslosen Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen und sie nachhaltig in die Arbeitswelt zu integrieren. Zugesprochen wurde eine Anschubfinanzierung der Stadt Bern von insgesamt 500'000 Franken in den Jahren 2005 bis 2007 sowie ein rückzahlbares Darlehen von 500'000 Franken. Inzwischen scheint das Projekt nicht gemäss Planung zu verlaufen. Ende April soll Schluss sein.
Wir bitten den Gemeinderat, folgende Fragen zu beantworten:
1. Welche Massnahmen sieht der Gemeinderat vor, um die Weiterführung des Projektes zu gewährleisten und die geplante Anzahl Arbeits- und Ausbildungsplätze für erwerblose Jugendliche zu erreichen?
2. Wäre der Gemeinderat auch bereit, die Zielsetzung betreffend der Produktivitätsansprüche zu senken und gegebenenfalls die Frist von drei Jahren zu verlängern, um die Integration von schwer vermittelbaren arbeitslosen Jugendlichen zu fördern?
3. Wie schätzt der Gemeinderat die Finanzsituation und Geschäftsführung von Job Start ein?
