Grünes Bündnis Stadt Bern

Thu 18.01.2007

Eine Solar-Offensive für Bern!

Postulat Fraktion GB/JA! (Urs Frieden, Karin Gasser)

Das Potenzial für Photovoltaik-Anlagen (Erzeugung von Strom) und Sonnenkollektoren (Erzeugung von Warmwasser, zum Beispiel für Duschen oder Heizen) ist riesig – auch in Bern. Aber die vielen Dachflächen und Gebäudehüllen werden leider noch viel zu wenig genutzt – trotz Förderbeiträgen des ewb-Ökofonds an private Anlagen und trotz Anstrengungen der BKW, die auf dem Dach des Stade de Suisse Wankdorf eine vorbildliche Grossanlage betreibt.

Als Hemmnisse erweisen sich unter anderem mangelnde Information, zu wenig Anreize für Private und Firmen, die bisherige Praxis der Denkmalpflege und Konflikte zwischen MieterInnen und VermieterInnen, wenn es um die Kosten einer solchen Anlage geht.

Dabei wäre die Nutzung solcher erneuerbaren Ressourcen eminent wichtig (Verringerung CO2, weniger Öl- und Atomstromabhängigkeit). Wir sind überzeugt, dass sich in Bern relativ kostengünstig einiges im Bereich Solaranlagen bewegen liesse. Die „Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften“ (SATW) geht nach neuster Schätzung davon aus, dass sich allein die Zahl der Sonnenkollektoren in der Schweiz bis ins Jahr 2070 verzehnfachen wird, was eine Halbierung der Gestehungskosten bedeuten würde (von 25,2 Rp/kWh auf 11,4).

Um das Solar-Potenzial in Bern besser zu nutzen, wird der Gemeinderat gebeten, ein Umsetzungs-Konzept für eine Solar-Offensive in Bern (Solarstrom, solare Wärme und auch solare Kühlung) auszuarbeiten. Dieses Konzept

- erhebt den Ist-Zustand in der Stadt Bern (bestehende Anlagen), allenfalls im Vergleich mit anderen Städten,

- zeigt die verschiedenen Möglichkeiten auf, wie die Bereitschaft der EinwohnerInnen geweckt und der Informationsgrad, namentlich der Hausbesitzenden, erhöht werden kann,

- benennt die bisherigen Hemmnisse und die Strategien zu deren Bewältigung,

- prüft die Möglichkeit städtischer Einsatz- und Umschulungsprogramme (zum Beispiel mit Jugendlichen oder mit Langzeitarbeitslosen und Ausgesteuerten),

- nennt mögliche Partner zur Zusammenarbeit (Institutionen wie Stabe, ewb, ewb-Oekofonds, BKW, Kompetenzzentrum Arbeit, Fachverein Arbeit und Umwelt) oder zum Knowhow-Austausch (JugendSolarProjekt Zürich, Solarspar Liestal, Stiftung Cudrefin 02 etc.),

- zeigt das Potenzial sowie verschiedene Kosten- und Sponsoringmodelle einer Solar-Offensive auf,

- setzt Ziele unter der Angabe, wie viel Solarstrom, -wärme und -kühlung in Bern realistisch sind, z.B. bis zum Jahr 2010, 2015 und 2020 und berechnet die jeweilige CO2-Einsparung. Als minimale Zielvorgabe soll dabei die im letzten Jahr verabschiedete städtische Energiestrategie und das von der Schweiz unterschriebene Klimaschutzprotokoll „Kyoto“ dienen.

- enthält einen Vorschlag, wie die Stadt mit ihren Gebäuden bzw. Dächern eine Vorreiterrolle übernehmen kann und welches Potenzial städtische Gebäude haben.

 

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