Klimafreundliche Stadt Bern (3): Energieeffizienz schafft Beschäftigung und Arbeitsplätze: Potentialanalyse für Bern
Postulat Fraktion Grünes Bündnis / JA!
(Natalie Imboden/Christine Michel)
Die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien wirkt sich positiv auf den Arbeitsmarkt auf. Dies zeigen Resultate des Bundesamts für Energie BFE über die Förderprogramme der Kantone, welche gesamtschweizerisch bei einem Volumen von 38 Mio. eine Beschäftigungswirkung von rund 1140 Personenjahren ausmacht, was für den Kanton Bern rund 240 Personenjahre bedeutet (insbesondere im Baugewerbe, im Bereich Maschinen und Beratung).
Eine neuere Studie des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom Juni 2006 hat die Arbeitsplatzeffekte vom Ausbau erneuerbarer Energien untersucht und einen Arbeitsplatzzuwachs in allen erneuerbaren Energiebereichen (u.a. Biomasse, Solarthermie, Photovoltaik etc.) von durchschnittlich 54% prognostiziert. Auch wenn diese Resultate nicht direkt auf die Schweiz und Bern übertragbar sind, zeigt sich doch ein grosses Potential an Arbeitsplätzen, aber auch bezüglich Innovation und ist auch für die lokale und regionale Wirtschaft und Wissenschaft von Bedeutung.
Nachhaltige Energiemassnahmen führen zudem generell zu einer Verlagerung der Kosten für Energieimporte zu Investitionen im Inland. Sie haben damit eine positive Wertschöpfungs- und Beschäftigungswirkung im Inland. Zudem mindern sie die Auslandabhängigkeit. Heute fliessen gesamtschweizerisch ein grosser Teil der Wertschöpfung für die Energiebeschaffung in der Form von Treibstoff (Benzin/Diesel), Erdöl, Erdgas und Uran ins Ausland.
Der Gemeinderat wird daher gebeten
1. Dem Stadtrat in einem Bericht aufzuzeigen, welches Potential die lokale und regionale Wirtschaft bezüglich technologischer Innovation und Beschäftigungswirksamkeit (Arbeitsplätze) durch einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien in Zukunft hat.
2. Darzulegen inwieweit vorhandenes wirtschaftliches und beschäftigungswirksames Potential im Bereich Energieeffizienz durch die Stadt unterstützt werden kann (z.B. im Rahmen der Wirtschaftsförderung).
3. Für den Bericht die Zusammenarbeit mit der lokalen und regionalen Wirtschaft und den entsprechenden Verbänden zu suchen.
4. Dabei das Wissen und Knowhow der Forschungsinstitutionen (u.a. Universitäten, Fachhochschulen) zu nutzen, insbesondere mit den Klimaforschenden der Universität Bern.
