Grünes Bündnis Stadt Bern

Mehr Lärm und Co2 über Bern wegen neuer Boeing 737-500 und Billig-Flügen im Belpmoos?

Interpellation GB/JA (Natalie Imboden / Stéphanie Penher)

Vor der Abstimmung über den Kantonsbeitrag wurde den Stimmbürgerinnen und Stimm-bürgern in der Abstimmungsbotschaft glaubhaft gemacht, dass mit der Pistenverlänge-rung nicht mit wesentlich grösseren und lauteren Flugzeugen zu rechnen sei: „Auslöser der Pistenverlängerung sind verschärfte Sicherheitsbestimmungen und nicht mehr Flug-bewegungen oder grössere Flugzeuge.“ Die Pistenverlängerung wurde mit regional- und wirtschaftspolitischen Argumenten (Tourismus im Berner Oberland) begründet. Diesen Sommer werden Boeing 737-500 der Tunis Air und der Karthago Airlines im Auftrag der in Basel ansässigen FTI Touristik AG Badegäste nach Tunesien bringen.
Neuerdings propagiert Bern Tourismus, dass mit Billig-Fluglinien der Wochenendtouris-mus angekurbelt werden soll (Bund, 30.1.2008). Gleichzeitig hat die Stadt eine Energie-strategie verabschiedet, welche einen nachhaltigen Umgang mit Energie und eine Reduk-tion von Co2 fordert.
 
Fragen:
1. Um wie viele Dezibel lauter ist die neue Boeing 737 gegenüber den bis anhin mehrheitlich eingesetzten Propeller-Regionalflugzeugen und mit welchen zusätzli-chen Lärmimissionen müssen die Stadt Bern und die umliegenden Gemeinden aufgrund der neu eingesetzten Jet-Flugzeuge insgesamt rechnen?
2. Warum ist die Stadt Bern als betroffene Gemeinde bis heute bei der Festsetzung der Lärmmesspunkte vom Kanton nicht einbezogen worden und was unternimmt sie um künftig informiert und einbezogen zu werden? (Die REKO UVEK hatte mit Entscheid vom 14. April 2003 die Alpar AG zu periodischen Lärmmessungen zur Verifizierung der gerechneten Lärmkurven verpflichtet. Gemäss dieser Auflage sind die „Messpunkte vom Kanton nach Absprache mit den von Fluglärm betroffe-nen Gemeinden zu bezeichnen“.
3. Wie lässt sich die Förderung von Badeferien in Tunesien durch Steuerzahlerinnen und Steuerzahler mit der städtischen Energiestrategie vereinbaren (Reduktion Co2)?
4. Wie steht der Gemeinderat zu weiteren Billig-Fluglinien in Belpmoos, welche den Wochenendtourismus ankurbeln sollen, bzw. gedenkt er mit Berntourismus Ge-spräche aufzunehmen, welche nachhaltigere Alternativen für die Tourismusförde-rung ermöglichen?

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