Der Bundesrat hat im Rahmen eines Impulsprogramms gegen die drohende Rezession beschlossen, 45 Millionen Franken für die energetische Sanierung von Wohneigentum zu investieren (12.11.2008). Die Gelder sind für gemeinnützige Bauträger reserviert und sollen weitere private Investitionen auslösen. Energiesanierungen sind dreifach sinnvoll. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen können wir die klimaschädigenden Co2-Emmissionen und die Energiekosten senken. Da rund 40% des gesamten Energieverbauchs und damit des Co2-Ausstosses im Gebäudebereich konsumiert werden, ist hier der Wirkungsgrad sehr hoch. Auch in der Stadt Bern besteht Handlungsbedarf, da ein Grossteil der privaten Liegenschaften bereits relativ alt ist und Sanierungen anstehen. Wie in der Energiestrategie 2006-2015 festgehalten, sollen neben den städtischen auch private Liegenschaften zu Energiesanierungen veranlasst werden. (Energiestrategie: 6.5. Private Liegenschaften: So sollen „Hauseigentümer/innen finanzielle Anreize erhalten, Investitionen für Energieeffizienz (Isolationen, neue Haustechnik usw) und für den Einsatz von erneuerbare Energien zu tätigen“, S. 23)
Basel-Stadt hat Anfang 2008 ein Gesamtsanierungsprogramm gestartet, das über drei Jahre hinweg läuft und über ein Gesamtbudget von 12 Millionen Franken verfügt. Hauptziel des Programms ist es, mindestens 200 Gebäude unterschiedlicher Grösse (Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser) nach energetischen Grundsätzen zu sanieren. Damit lassen sich pro Jahr bis zu 20 Millionen Kilowattstunden Heizenergie sparen und die Umweltbelastung entsprechend reduzieren. Es sollen Gesamtinvestitionen von etwa 60 Millionen Franken ausgelöst werden. Dabei kommen sogenannte Energiecoaches in den Einsatz, denn anders als bei der Erneuerung von einzelnen Gebäudeteilen müssen aufgrund der Komplexität der Aufgabe bei Gesamtsanierungen in der Regel PlanerInnen oder ArchitektInnen eingeschaltet werden. Es braucht solides bau- und energietechnisches Know-how, um die energetischen Ziele zu erreichen. Zusätzlich zu den attraktiven Beiträgen sorgt das Förderprogramm deshalb dafür, dass Hausbesitzende fachlich von diesen Energiecoaches unterstützt werden. Es handelt sich um anerkannte Fachleute aus der Baubranche, die im Bereich von Bauenergiefragen theoretisch und praktisch beschlagen und darüber hinaus mit den örtlichen Verhältnissen vertraut sind. Die Energiecoaches entlasten und beraten nicht bloss die BauherrInnen – sie stellen auch die Qualität der Sanierungen sicher und gewährleisten eine laufende Erfolgskontrolle.
In der Antwort auf den Vorstoss „ewb-Teilverkauf für Minergie-Offensive und Schuldenabbau“ schreibt der Gemeinderat, dass er auf den 1. Januar 2009 ein Gebäudesanierungsprogramm lancieren will. Dies ist erfreulich. Bedauerlich ist hingegen die Aussage des Gemeinderats „ein zusätzlicher Finanzierungsanreiz, welcher schlussendlich durch die Berner Bevölkerung finanziert werden müsste, ist für den Gemeinderat zurzeit nicht notwendig“. Das Grüne Bündnis erachtet Finanzierungsanreize als notwendig. Selbstverständlich soll die Stadt Bern die national (Stiftung Klimarappen) und kantonal (Förderbeiträge) verfügbaren Gelder für die Stadt Bern optimal nutzen. Falls diese Mittel nicht ausreichen, soll die Stadt Bern aber weitere Finanzmittel zur Verfügung stellen.
Der Gemeinderat wird beauftragt, folgende Massnahmen zu ergreifen:
1. Lancierung eines städtischen Gebäudesanierungsprogramms mit klaren Zielvorgaben bezüglich der Anzahl Sanierungen (auf der Basis von je 100 Gebäudesanierungen für die nächsten 3 Jahre) und quantifizierbare Reduktion von Co2- und Energieverbrauch.
2. Nutzung der vorhandenen finanziellen Ressourcen von Bund und Kanton. Sofern diese nicht ausreichen, soll die Stadt vorerst befristet für 3 Jahre je 2 Mio. Franken pro Jahr investieren (in Zusammenarbeit mit dem städtischen Ökofonds).
3. Intensivierung von Information und Beratung privater Hauseigentümer/innen durch die Schaffung von „Energiecoaches“ und eine enge Zusammenarbeit mit HauseigentümerInnen, ihren Verbänden, Fachinstitutionen und weiteren betroffenen Fachkreisen.
