Grünes Bündnis Stadt Bern

Thu 04.12.2008

EnergieWendeBern: Geothermie - Potential und Realisierbarkeit für Bern abklären

Postulat Fraktion GB/JA! (Stéphanie Penher, Natalie Imboden, GB)

Wärme aus der Erde ist für Strom und Wärme nutzbar. Im Erdinnern entsteht durch natürliche Prozesse viel Wärme. Diese kann auf unterschiedliche Weise ans Tageslicht befördert, und in Form von Wärme und Strom genutzt werden. Je tiefer man bohrt, desto höher in der Regel die Temperatur:
· Die Tiefe Geothermie nutzt die bis zu 200°C hohen Temperaturen in mehreren Tausend Metern Tiefe und kann damit ganze Stadtquartiere beheizen und mit Strom versorgen. In Basel wurde ein solches "Deep-Mining-Project" in der Pilotphase wegen unerwarteter Erdbebenauslösung im Dezember 2006 sistiert. Kürzlich hat das Parlament einen Kredit für eine vertiefte Risikoanalyse beschlossen. In St. Gallen soll ab 2012 die Hälfte des Energiebedarfs aus Erdwärme gewonnen werden (TagesAnzeiger, 2.12.2008). Eine von Kanton und Bund mitfinanzierte Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass St.Gallen aus geologischen Gründen für die Nutzung von Erdwärme ideal geeignet ist.
· Die Geothermie bei mittlerer Temperatur (20-70° C) in 300-1000 Meter Tiefe nutzt die Wärme des Grundwassers, das in sedimentären Gesteinen zirkuliert. Es kann zur Wärmegewinnung genutzt werden. In Riehen bei Basel wird auf diese Weise Wärme für das Fernwärmenetz erzeugt. Doch auch Thermalbäder und Anlagen bei Tunnels können diese Wärme nutzen.

· Die Geothermie bei niedrigen Temperaturen (8-20° C) in weniger als 150 Meter Tiefe kann ebenfalls für die Wärmeproduktion genutzt werden. Häufig werden Erdwärmesonden (vertikal verlegte Wärmetauscher) eingesetzt, um Wärmepumpen mit der nötigen Erdwärme zu versorgen. Einzelne Gebäude können so je nach Bedarf gekühlt oder geheizt werden. Auch Grundwasser und Tunnelwärme können zu diesem Zweck genutzt werden.
In Zürich setzt das Triemlispital in kleinerem Ausmass auf geothermische Energieträger.
Gemäss Verordnung über den Fonds für erneuerbare Energien (Ökofonds) von Energie Wasser Bern), Art. 2 gehört Geothermie zu den förderungswürdige Vorhaben. Dazu gehören sowohl Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie Pilotprojekte sowie Entwicklung, Erstellung, Sanierung, Ausbau und Betrieb von Anlagen.
Neben der Unterstützung kleineren Anlagen, soll Bern auch ein grösseres Projekt evaluieren, welches einen substantiellen Beitrag für die Energieversorgung mit erneuerbaren und CO2-freien Energien der Stadt leisten kann.
Der Gemeinderat wird gebeten in Zusammenarbeit mit EnergieWasserBern (ewb) folgende Anliegen zu prüfen
1. Zu prüfen, wie in Bern ein grösseres Geothermie-Projekt realisiert werden kann. Dafür ist eine Machbarkeitsstudie (Geologie, Technologie, etc.) zu erarbeiten. Dabei sind die Bedingungen für die – erdbebensichere - Gewinnung von Erdwärme in Bern aufzuzeigen. Für die Machbarkeitsstudie soll die Zusammenarbeit mit interessierten Kreisen (u.a. Bund, Region, Kanton, Wirtschaft, Wissenschaft etc.), gesucht werden.
2. Bei (neuen) stadteigenen Gebäuden zu prüfen, ob geothermische Wärme- oder Energiegewinnung möglich ist.
3. Abzuklären inwiefern private BauherrInnen (Industrie-, Gewerbe-, Dienstleistungen und Wohnliegenschaften) unterstützt werden können, Geothermie zur Energieversorgung zu verwenden.

 

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