Totalsanierung im Gäbelbach
Dringliches Postulat Fraktion GB/JA, (Cristina Anliker Mansour, GB, Emine Sariaslan, GB)
Wie aus der Presse zu erfahren war (Bund vom Samstag 20.September 08), wird die Wohnbaugenossenschaft Fambau den 40-jährigen Block A im Gäbelbach für 35 Millionen total sanieren. Die bis anhin günstigen Mietzinsen haben viele Menschen, vor allem alleinerziehende Frauen, vor dem Gang aufs Sozialamt bewahrt. Die Renovierung des Wohnobjektes hat zur Folge, dass die Mietzinsen um 60% ansteigen werden. Die höheren Mieten werden manche BewohnerInnen aus der Stadt vertreiben, da derart billige Wohnungen in der Stadt Bern kaum zu finden sind.
Auch wenn der Geschäftsleiter der Wohnbaugenossenschaft hofft, dass trotz der Mietzinserhöhung möglichst viele Mieterinnen und Mieter bleiben, sehen sich viele Gäbelbach-BewohnerInnen in ihrer Existenz bedroht, da sie zeitlebens jeden Rappen umdrehen mussten, und sie schlicht nicht in der Lage sein werden, die Mietzinserhöhung zu bewältigen.
Da die Stadt Bern mit einer kleinen Anzahl Anteilscheine finanziell an der Wohnbaugenossenschaft Fambau beteiligt ist, bitten wir den Gemeinderat sich für das folgende Anliegen einzusetzen:
- Sich bei der Fambau dafür einzusetzen, dass der Block A im Gäbelbach möglichst kostengünstig renoviert wird, um die Mietpreiserhöhungen möglichst niedrig zu halten.
- Sich bei der Fambau dafür einzusetzen, dass sie in Zusammenarbeit mit der Stadt die Bewohnerinnen und Bewohner des Blocks A im Gäbelbach, welche die höhere Mieten nicht bezahlen können, bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung in der Stadt Bern unterstützt.
- Zuhanden des Stadtrates eine Statistik zu erstellen, aus der hervorgeht, wie viele Personen aufgrund der Renovierung und der damit verbundenen Mietpreiserhöhung die Wohnung im Block A im Gäbelbach verlassen müssen bzw. mussten.
- Die Erarbeitung einer Strategie in Angriff zu nehmen, die aufzeigt, wie sich die Stadt Bern für die Förderung von günstigem Wohnraum engagiert.
Die Dringlichkeit wird begründet: Die Wohnbaugenossenschaft Fambau wird bereits im Januar 09 mit der Renovierungsarbeit beginnen
Bern, 30. Oktober 2008
