Wohnungstauschbörse als Massnahme zur Eindämmung des Wohnflächenverbrauchs
Postulat Fraktion GB/JA! (Karin Gasser und Christine Michel, GB)
Der Wohnflächenverbrauch ist in der Stadt Bern sowie in der ganzen Schweiz steigend. Während 1980 die durchschnittliche Wohnfläche pro Person noch 36m2 betrug, waren es im Jahr 2000 44 m2. Da der Boden eine begrenzte Ressource ist, ist diese Entwicklung besorgniserregend, und es sind Massnahmen zur Eindämmung dieses Flächenverbrauchs zu prüfen.
Viele ältere Personen wohnen in einer grossen Wohnung, die sie während Jahren mit ihren Kindern bewohnt hatten. Weil nicht viele altersgerechte und bezahlbare kleinere Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt sind, bleiben sie oft in ihrer bisherigen grossen Wohnung. Umgekehrt suchen junge Familien grössere günstige Wohnungen. Diese beiden Gruppen würden sich also ideal ergänzen. Eine Schweizer Studie (François Höpflinger 2004: „Traditionelles und neues Wohnen im Alter“) zeigte, dass sich drei Fünftel der befragten älteren Menschen vorstellen könnten, ihre Wohnsituation zu ändern, wobei der Umzug in eine kleinere Wohnung, in eine Seniorenresidenz oder in eine Alterswohnung am häufigsten angeführt werden. Die Bereitschaft, auch im Alter noch in eine andere Wohnung zu ziehen, wäre also vorhanden, aber viele SeniorInnen brauchen dabei gezielte Unterstützung und einen vereinfachten Zugang zu Informationen.
Wir bitten deshalb den Gemeinderat, die Einführung einer institutionalisierten Wohnungstauschbörse für ältere Menschen und Familien zu prüfen. Dabei ist auch zu prüfen, ob eine solche Tauschbörse durch ein Beratungsangebot ergänzt werden könnte, welches die SeniorInnen bei der Wohnungssuche und der Durchführung des Umzugs unterstützt.
