Grünes Bündnis Stadt Bern

Thu 29.01.2009

Gezielte Weiterbildung der Lehrerschaft fördert die Chancengleichheit an den Berner Schulen

Postulat Fraktion GB/JA! (Cristina Anliker Mansour)

Bildung ist eine zentrale Ressource für die Teilnahme an der Gesellschaft. Die Chancengleichheit bei der Bildung ist heute in der Stadt Bern aber nicht gewährleistet.

 

Auf Grund einer Anfrage aus dem Grossen Rat (Eva Baltensberger) liess die Erziehungsdirektion eine Gemeindekarte publizieren, welche zeigte, dass die Übertrittsquoten in die Sek in den bernischen Gemeinden sehr unterschiedlich sind, was den Schluss zulässt, dass Selektionskriterien willkürlich und diskriminierend sind. Damit lässt sich bestätigen, was Bildungsforscher (Winfried Kronig, Michael Eckhart, Christian Imdorf, Urs Häberlin, Urs Moser usw.) seit langem nachgewiesen haben: Die Einteilung in Sekundar- oder Realniveau hängt nicht primär von der Leistung des Kindes ab, sondern von anderen Faktoren wie z.B.  soziale Herkunft, Geschlecht und organisatorische Gegebenheiten.

 

Die Lehrpersonen (im ganzen Kanton) sind verpflichtet, 3 % ihrer Arbeitszeit für Weiterbildung zu investieren. Bis jetzt war die Weiterbildung Privatsache der Lehrpersonen und sie konnten frei entschieden, welche Kurse sie besuchen möchten. Seit die Erziehungsdirektion das Mitarbeitergespräch (MAG) verbindlich erklärt hat, ist die Weiterbildung auch ein Thema des MAG.

 

Da gemäss Schulamt die Schulen in der Stadt Bern von der BSS verpflichtet werden ein Weiterbildungskonzept zu erarbeiten,  beauftragen wir den Gemeinderat folgende Punkte zu berücksichtigen:

 

  1. Das von der Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS) in Auftrag gegebene Weiterbildungskonzept für die Schulen der Stadt Bern muss ein besonders Augenmerk auf das Thema Chancengleichheit richten.

  2. Das Weiterbildungskonzept muss so formuliert werden, dass Spezialisten aus der Bildungsforschung einbezogen werden können, um über aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Chancengleichheit zu referieren.

  3. Im Konzept muss spezifiziert werden, wie die Empfehlungen der Schulleitungen in Bezug auf die Weiterbildung der MitarbeiterInnen umgesetzt werden.

Drucken