Holzspäne, eine biologische Lösung gegen die Schnee- und Eisglätte
Postulat Fraktion GB/JA! (Stéphanie Penher, GB
Im Kampf gegen Schnee- und Eisglätte werden jeweils Salz und Splitt eingesetzt. Die Stadt führt zurzeit eine Untersuchung durch, inwiefern das Salz den Stadtbäumen Schaden zufügt. In der Regel wird Natriumchlorid (Kochsalz) oder Kalziumchlorid eingesetzt. Mit dem Schmelzwasser fliesst das Salz über die Strassengräben in die Kanalisation und von dort in die Kläranlage. Verunreinigungen des Schmelzwassers werden zum Teil vorher in Senklöchern oder in Strassensammelschächten aufgefangen. Diese Rückstände werden als Sonderabfall behandelt, darunter fällt auch Splitt. Verunreinigter Splitt wird in speziellen Unternehmen aufbereitet, d.h. zuerst werden die groben Verunreinigungen entfernt, anschliessend werden die Kieselsteine gewaschen, bevor sie wieder eingesetzt werden. Sind die Steinchen durch mehrfache Waschgänge abgerundet worden, greifen sie nicht mehr richtig im Eis und kommen dann beispielsweise im Bau wieder zum Einsatz.
Die Stadt La Chaux-de-Fonds hat ein Produkt entwickelt: das Stop Gliss Bio. Dabei handelt es sich um Holzspäne, die mit Salz behandelt worden sind. Das Produkt ist geeignet für: Trottoirs, Wege und Fussgängerzonen, Garageneinfahrten, Treppen und Parkplätze. Die Holzspäne können mit der Hand oder durch die gängigen Lastwagen mit Salzstreuer verteilt werden. Aufgrund ihres Volumens bleiben die Holzspäne auf der Schnee-, bzw. Eisoberfläche, auch wenn sie auftaut und wieder gefriert. Damit erübrigt sich eine wiederholte Streuung.
Das neue Produkt bietet die Vorteile von Salz und Splitt ohne deren Nachteile: bei Tauwetter werden die Holzspäne mit dem Schmelzwasser in die Kanalisation gespült und von dort in die Kläranlage, wo sie sich optimal mit dem Klärschlamm vermischen. Auf den Grünstreifen oder in den Gärten verwesen die Späne und müssen nicht in mühsamer Arbeit entfernt werden. Im Gegensatz zum Splitt werden die Späne nicht durch das Gewicht der Motorfahrzeuge weggespickt. Das aufwändige Recycling oder die Entsorgung als Sondermüll fallen weg, somit können Kosten eingespart werden. Zudem ist das Strassenreinigungspersonal aufgrund des Schwermettalgehaltes von Splitt einer gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt. Die FussgängerInnen fühlen sich sicherer, da die Holzspäne im Gegensatz zum Salz sichtbar sind.
Wir bitten den Gemeinderat, den Einsatz von Holzspänen als Ersatz für Salz und insbesondere Splitt bezüglich des ökologischen und finanziellen Nutzens zu prüfen.
