Konsequenzen von Hybridfahrzeugen für Bern aufzeigen
Postulat Fraktion GB/JA! (Aline Trede, GB)
Bedingt durch den fortschreitenden Klimawandel einerseits und Peak Oil andererseits muss der Entkarbonisierung der Energieversorgung erste Priorität eingeräumt werden. Nebst einem dringenden Handeln im Wärmesektor sind vor allem im Mobilitätssektor weitgehende und innovative Lösungsansätze gefragt. Hybrid-Technologie ist eine pragmatische und zukunftsweisende Übergangstechnologie, welche in einem zweiten Schritt von der Plug-in-Hybrid-Technologie abgelöst werden wird. Ob reine Elektrofahrzeuge längerfristig eine wesentliche Rolle spielen werden, lässt sich heute noch nicht abschätzen. Das Hybridfahrzeug Toyota Prius ist heute in aller Munde und wurde in der VCS-Autoumweltliste zum viertel Mal zum Sieger gekürt.
Beim kommenden Plug-in-Hybrid besteht das Ziel ebenfalls in einem kombinierten Antriebssystem. Dabei wird aber eine leistungsfähigere Batterie mit einer Reichweite von 30 bis 70 km mit einem Zusatzantrieb kombiniert. Der Zusatzantrieb wird in der Regel ein Verbrennungsmotor sein, längerfristig möglicherweise eine Brennstoffzelle. Angestrebt wird bei zukünftigen Plug-in-Hybridfahrzeugen eine Batterieladekapazität von 10-15 kWh, die es erlaubt, mindestens 40% einer durchschnittlichen Fahrstrecke rein elektrisch zurückzulegen.
Wichtig für das Funktionieren des Systems Plug-in-Hybrid ist die Bereitstellung einer möglichst flächendeckenden Infrastruktur für den Anschluss des Fahrzeugs ans Netz an Parklätzen, Garagen und Parkhäusern. Selbstverständlich muss die Verschiebung des Modalsplits immer noch das oberste Ziel im Mobilitätssektor sein. Das heisst hohe Anstrengungen für mehr Fuss- und Veloverkehr einerseits und mehr öV andererseits.
Der Gemeinderat wird gebeten zu prüfen:
1. Ein Pilotprojekt für die Erstellung einer Netzinfrastruktur für Plug-in-Hybridfahrzeuge der Stadt Bern
2. sobald serienmässig erhältlich, mindestens 10% der stadteigenen Fahrzeugflotte innert 3 Jahren auf Plug-in-Hybrid umzustellen
3. eine aktive Zusammenarbeit mit anderen wichtigen Akteuren wie z.B. BFE, Kanton Bern, umliegende Gemeinden, ewb, ETH, Stiftung Klimarappen etc. zu suchen
4. dabei ist aufzuzeigen, was dies ressourcenmässig, aber auch aus Umweltsicht (Kompatibilität zu Energiestrategie, Energieverbrauch und Klimazielen) bedeutet
5. aufzuzeigen, wie allenfalls zusätzlicher Energieverbrauch zwingend durch erneuerbare Energien geliefert werden kann.
