Grünes Bündnis Stadt Bern

Thu 18.02.2010

Sind Skirennen am Aargauerstalden umweltverträglich und klimafreundlich?

Kleine Anfrage Grünes Bündnis/JA! (Stéphanie Penher, GB) 

Seit Anfang Februar geistert eine Idee in der Berner Presse umher am Aargauerstalden einen internationalen Sprint-Slalom durchzuführen. Eine ähnliche Idee war bereits 2004 verworfen worden, u.a. da die betroffene Trockenwiese Seltenheitswert hat. Die Trockenwiese am Aargauerstalden wurde deshalb auch kürzlich im Bundesinventar der Trockenwiesen und –weiden von nationaler Bedeutung aufgenommen (Beilage: Objektblatt 5548). Am 13. Januar 2010 hat der Bundesrat die Verordnung verabschiedet, welche die Umsetzung des Bundesinventars der Trockenwiesen und -weiden regelt. Sie ist am 1. Februar 2010 in Kraft getreten. Die Verordnung hält klar fest, dass die Objekte „ungeschmälert zu erhalten“ sind. 

Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist der Bestand der Trockenwiesen und -weiden um rund 90 Prozent zurückgegangen. Parallel dazu gerieten die in diesen Lebensräumen heimischen Arten immer mehr unter Druck: Heute sind knapp 40 Prozent aller Pflanzenarten und 50 Prozent aller Tierarten, die auf trockene Standorte angewiesen sind, in den nationalen Roten Listen der gefährdeten Arten aufgeführt. Trockenwiesen spielen daher eine grosse Rolle zur Erhaltung der Biodiversität. Bundesrat Moritz Leuenberger hat am 12. Januar 2010 das Internationale Jahr der Biodiversität in der Schweiz lanciert. Die Biodiverstität ist für das Leben und die Entwicklung der Menschheit von grundlegender Bedeutung. Massnahmen zu ihrem Schutz sind dringend notwendig, weil sie überall im Rückgang begriffen ist. Die Stadt Bern hat im vergangenen Jahr den sogenannten „Countdown 2010“, eine internationale Erklärung zur Förderung der Biodiversität, unterschrieben und damit zum Ausdruck gebracht, dass sie die Artenvielfalt im Stadtgebiet erhalten und fördern wird. Im 2010 wurde deshalb der Umweltkalender extra auf das Jahr der Biodiversität ausgerichtet: Rund 200 Führungen, Märkte, Exkursionen, Vorträge, Ausstellungen und praktische Pflegeeinsätze bieten den Bürgerinnen und Bürgern im Laufe des Jahres unterschiedlichste Gelegenheiten, sich intensiv mit dem Thema Biodiversität auseinanderzusetzen oder an ihrer Erhaltung aktiv mitzuarbeiten. Eine der Führungen ist ausgerechnet am Aargauerstalden.

Bern hat einen der kältesten und strengsten Winter seit Jahren und dennoch beträgt die Schneedecke Mitte Februar nur wenige Zentimeter. In einem eigens inszenierten Testrennen (BZ, 15.2.) hinterlässt eine Fahrerin „grünbraune Spuren“ am steilen Hang. Damit wird offensichtlich, dass die Stadt Bern keine Winterskidestination ist und der Schnee in die Stadt Bern transportiert werden müsste.

Daher fragen wir den Gemeinderat:

1. Wie weit sind die Pläne für einen internationalen Skisportanlass am Aargauerstalden fortgeschritten und wie lässt sich dies mit dem Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung vereinbaren?

2. Wie sieht die Ökobilanz eines derartigen Anlasses aus? (Energieverbrauch allg, Schneetransport, etc).

3. Wie ist die Nachhaltigkeit eines derartigen Anlasses gewährleistet (u.a. Hangsicherheit, etc.)

 

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