Grünes Bündnis Stadt Bern

Mon 29.03.2010

Tarifpolitik beim EWB: Wo bleibt der ökologische Anreiz zum Wassersparen?

Postulat Fraktion GB/JA! (Christine Michel GB, Lea Bill JA!)

EWB erhöht die Wasserpreise auf den 1. April vorerst für ein Jahr. Der Preisüberwacher wird diese Erhöhung bis in einem Jahr überprüfen. Die neuen Preise beruhen auf einem Staffelsystem, bei dem die kleinste Stufe auf dem durchschnittlichen Jahresverbrauch einer Privatperson beruht. Dies bedeutet, dass es keinen Anreiz gibt, den durchschnittlichen Wasserverbrauch zu senken. Gleichzeitig lesen wir in der NZZ vom 18.3.2010 unter dem Titel "Abwanderung des Wasserverbrauchs, steigende Preise", dass den Schweizer Wasserversorgern die Finanzierung der Trinkwasser-Infrastruktur allgemein Sorge macht und sie die Lösung in höheren Grundgebühren sehen. Diese sollten 80% der Gesamtkosten decken, der Rest würde weiterhin pro Kubikmeter berechnet.

Grundsätzlich sind wir nicht der Meinung, dass Wasser möglichst billig sein muss. Wir sind jedoch der Ansicht, dass die ökologischen Aspekte ebenfalls in die neue Tarifpolitik des EWB einbezogen werden müssen. Wassersparen hat zudem auch einen Einfluss auf den Stromverbrauch (Reduktion der Pumpleistungen). Es gilt einerseits durch eine geeignete Progression einen Anreiz für das individuelle, aber auch das industrielle Wassersparen zu setzen. Dabei gilt es auch, das Verhältnis zwischen dem Anteil, den die Grundgebühren an den gesamten Kosten ausmachen, und dem Anteil, der nach Verbrauch berechnet wird, zu überprüfen und diesen tendenziell zu erhöhen. Andererseits gilt es ebenso zu überprüfen, ob nicht auch ein gewisser "Rückbau" der grosszügig dimensionierten Infrastruktur (Netze, Reservoire, Pumpnetzwerke), die erneuert werden muss, in Frage kommt.

Wir bitten deshalb den Gemeinderat zu prüfen und darzulegen, wie die neue Tarifpolitik des EWB mit ökologisch sinnvollen Anreizen ausgestattet werden kann. Diese Überlegungen sollen in die definitive Preisausgestaltung einbezogen werden.

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